Live-Test: NB-IoT überzeugt in Gebäuden

18.01.2019 by Daniel Kunz
Smart Meter, ein Strom-, Gas- und Wasserzähler mit Internetanschluss

Der neue Funkstandard NarrowBand IoT (NB-IoT) macht Smart Metering noch effizienter. Ein großer Messtest hat gezeigt, dass die Übertragungstechnologie in Gebäuden tatsächlich leistungsfähiger ist als alle bisherigen Lösungen.

Smart Meter – so heißen Strom-, Gas- und Wasserzähler mit Internetanschluss, die sich aus der Ferne ablesen lassen. Für Verbraucher ist das vor allem bequem. Sie müssen sich zum Beispiel nicht mehr den ganzen Tag freinehmen, um auf den Ableseservice zu warten. Außerdem können sie sich stets den aktuellen Verbrauch auf dem Smartphone anzeigen lassen. Welche Vorteile Smart Metering fürs Stromsparen bringt, haben wir erst kürzlich in diesem Blog beleuchtet. Die neue Funktechnologie NarrowBand IoT – kurz: NB-IoT – hat theoretisch das Potenzial, das Fernablesen von digitalen Zählern noch deutlich effizienter zu machen. Jetzt stehen erstmals Testergebnisse zur Gebäudedurchdringung von NB-IoT zur Verfügung, die nicht nur aus der Theorie oder speziellen Versuchsanordnungen stammen, sondern aus dem Livebetrieb.

Niedrige Kosten, geringer Energieverbrauch

Bislang senden intelligente Zähler kleine Datenmengen in einem festgelegten Zeitintervall – in der Regel alle paar Minuten – zu einem so genannten Gateway, das diese wiederum auf einen Server überträgt. Mit NB-IoT kommunizieren die Zähler direkt mit der Cloud. Das ganze System ist weniger komplex, kostet weniger und bietet mehr Möglichkeiten, ein Funkmodul zu platzieren. Außerdem arbeitet NB-IoT sehr stromsparend. Ein Modul kann mit nur einer Batterie jahrelang laufen – ein Vorteil für alle, die im Keller keine Steckdose in der Nähe ihrer Strom-, Gas- und Wasser-Zähler haben.

Die sehr gute Gebäudedurchdringung ist eine der hervorstechendsten Eigenschaften von NB-IoT und ein Vorteil im Vergleich zu herkömmlichem Mobilfunk (GSM oder LTE). Die spezifischen Merkmale der Technologie ermöglichen eine Datenübertragung auch durch dicke Wände hindurch. Optimal also, um etwa einen Wärmezähler im Heizungskeller über das Internet auszulesen.

Gemeinsam mit dem Immobiliendienstleister ista International hat die Deutsche Telekom einen umfangreichen Messtest in ihrem NB-IoT-Netz durchgeführt. ista ist eines der weltweit führenden Unternehmen bei der Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich, spezialisiert auf Erfassung, Abrechnung und Visualisierung von Verbrauchsdaten für Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Immobilien. Für den Test ermöglichte ista den Zugriff auf mehr als 500 Messstellen in etwa 60 Wohnungen im Raum Köln/Bonn.

Zuverlässige Datenübertragung auch in schwierigen Umgebungen

Den Test führte die unabhängige Messgesellschaft P3 Communications durch. Dafür kamen mehrere Geräte zum Einsatz: NB-IoT-Module, auf verschiedenen Etagen des Hauses platziert, sendeten die Messdaten des Zählers zu einem Empfänger außerhalb des Gebäudes, während ein Scanner die Signalstärke der Übertragung überprüfte. Die Ergebnisse waren überzeugend: Die NB-IoT-Module sowohl im Erdgeschoss als auch in den oberen Etagen konnten in 100 Prozent der Versuche eine Verbindung mit dem Netz herstellen. Die Module im Keller – wo sich Verbrauchszähler häufig befinden – wurden zu 95 Prozent erreicht. Stand die Verbindung, kam anschließend in nahezu allen Fällen (99,75%) auch eine Datenübertragung zustande.

Keine andere Funktechnologie kann eine derart hohe Zuverlässigkeit bieten, vor allem nicht in Untergeschossen. NarrowBand IoT könnte also für viele Anwendungen in Gebäuden – vom Smart Metering über Gebäudeautomatisierung bis zum Smart Home – zu einer breit genutzten Standardtechnologie werden.

Hier geht’s zu den Ergebnissen des großen Praxistests.

Daniel Kunz
Daniel Kunz

Expert Digital Marketing

Digitalisierung und das Internet of Things gehören zu den Lieblingsthemen von Daniel Kunz. Er ist seit 2017 bei der Deutschen Telekom und schreibt regelmäßig über Technologie-Trends und viele spannende Themen vor allem für den Handel und die Logistik-Branche.