Im Internet der transportierten Dinge

19.08.2020 by Ümit Günes
Mann mit Warnschutzjacke koordiniert LKW und Container im Hafen

Wer seine Waren im Internet der Dinge vernetzt und über die gesamte Lieferkette verfolgt, ist in der globalisierten und damit immer komplexeren Logistiklandschaft im Vorteil – vor allem in der aktuellen Zeit.

Echtzeitdaten von mobilen Gütern sind schwer zu bekommen: Container und Paletten werden durch abgelegene Gebiete transportiert, Waren lagern in Gebäuden und Kellern. Derzeit kommt es vermehrt zu Lieferengpässen, weil Fabriken ihren Betrieb herunterfahren oder zu Verzögerungen, wenn Waren über mehrere Landesgrenzen hinweg transportiert werden. Die Folgen: Logistiker müssen Lieferketten umleiten. Geringe Mobilfunk- und GPS-Abdeckung erschwert hier zusätzlich die Lokalisierung. Ortungsgeräte mit geringer Akkulaufzeit sind oft unrentabel und unpraktisch. Abhilfe schafft das Internet of Things (IoT): mit digitalen, vernetzten Asset-Tracking-Lösungen und neuen Technologien.

Low Power Wide Area: So funkt das IoT

Um Waren weltweit verfolgen und überwachen zu können, ist Hilfe aus dem All nötig. Neue GNSS-Module (Global Navigation Satellite System) verbessern die Ortung mobiler Güter weltweit, denn sie nutzen neben dem US-System GPS auch die russischen GLONASS-Satelliten. Signale aus dem Orbit sind die eine Seite, eine stabile Funkverbindung für die Trackingmodul auf der Erde die andere. Ohne die geht es nicht. Allerdings ist der 2G/3G/4G-Mobilfunk nicht überall flächendeckend verfügbar. Für Anwendungen im IoT, wo – im Gegensatz zum mobilen Internet für Smartphones beispielsweise – üblicherweise nur kleine Datenpakete in großen Zeitabständen übertragen werden, ist Mobilfunk zudem zu kostenintensiv.

Abhilfe schafft eine neue Generation sogenannter LPWA-Technologien (Low Power Wide Area). Diese auf Mobilfunk basierenden Standards wie Long Term Evolution for Machines (LTE-M) oder NarrowBand IoT (NB-IoT) haben die in der 3GPP-Initiative kooperierenden Mobilfunkgremien speziell für kleine Datenübertragungen im Internet der Dinge entwickelt. Sie bringen gleich mehrere Vorteile mit sich:
 

  • LPWA-Funk dringt tief in Lagerhallen und Keller ein und gewährleistet Empfang auch in abgelegenen Gebieten.
  • Die Kosten für die Datenübertragung sind niedrig.
  • Die Module verbrauchen extrem wenig Strom: Das senkt die Kosten zusätzlich und ermöglicht eine sehr lange Lebensdauer.
  • Außerdem benötigen die Geräte nur wenig Speicherkapazität.


Die LPWA-Funkmodule sind dementsprechend simpel konstruiert und lassen sich flexibel einsetzen. Mit der Lösung Business Smart Connect der Telekom, können Unternehmen solche IoT-Projekte ganz einfach und unkompliziert umsetzen.

Edge Computing und schneller Netzwechsel

Das Konzept des Edge Computing bringt weitere Vorteile: Werden die Daten direkt an der Quelle verarbeitet, um nur relevante Informationen zu funken, reduziert dies zusätzlich Übertragungskosten, benötigte Bandbreite und Speicherplatz in der Cloud.

Auch neue Entwicklungen bei den SIM-Karten kann die Logistik für sich nutzen. Mit der nuSIM werden die Funktionen der SIM-Karte direkt in den Kommunikationschip integriert. Sie sind kostengünstig und funktionieren mehrere Jahre, denn da keine zusätzliche SIM-Karte betrieben werden muss, verbrauchen IoT-Geräte mit nuSIM weniger Strom.

Spezielle IoT- oder M2M-SIMs (Machine-to-Machine) sind zudem widerstandsfähiger als herkömmliche, im Smartphone oder Tablet verbaute Chipkarten. Sie wurden entwickelt, um alle Wettersituationen während des Transports oder hohe Temperaturen in Industrieumgebungen auszuhalten.

Verzögerungen rechtzeitig erkennen

Digitale, technische Entwicklungen, die der Logistikbranche Vorteile bringen. Beispiel Asset Tracking: Sind Palette, Container oder Fahrzeug stabil und unterbrechungsfrei mit einer Überwachungsplattform in der Cloud verbunden, hat der Spediteur jederzeit die Position seiner Güter im Blick. Verzögerungen werden frühzeitig erkannt, was gerade in diesen Zeiten für mehr Sicherheit sorgt. Entstehen Engpässe, lassen sich Routen rechtzeitig umplanen. Auch das Standgeld für LKW oder die Liegegebühr für Schiffe im Hafen sinkt. Und bei Diebstahl lässt sich der Weg eines Containers genau verfolgen.

Den Zustand der Ware immer im Blick

Beispiel Condition Monitoring: Mit entsprechenden Sensoren überwachen Transportunternehmen lückenlos den Zustand der Ware. Egal ob Kühltemperatur im Trailer, Druck im Gastank oder Feuchtigkeit im Frachtraum – Probleme und Ursachen lassen sich aus der Ferne erkennen und dokumentieren. Unternehmen, die ihre Lieferketten bereits vor der Krise lückenlos digitalisiert haben wissen, dass sie so auch versicherungstechnisch an Sicherheit gewinnen.

Potenzial für neue Geschäftsmodelle

Aktuell unterstützt der Einsatz von IoT in der Logistik dabei, Lieferketten im Blick zu behalten und auf Verzögerungen und Störungen rechtzeitig reagieren zu können. Aber auch nach der Krise hat IoT das Potenzial für neue Geschäftsmodelle in der Logistik. 
Mit einer optimierten und stets transparenten Lieferkette können Unternehmen Kundenwünsche wie Lieferung am gleichen Tag oder Echtzeitverfolgung der Ware am Smartphone erfüllen. Dank Vernetzung und lückenloser Überwachung lassen sich auch neue Mietservices etablieren: Der Kunde zahlt nur für die tatsächliche Fahrtzeit eines Güterwaggons, das per Kran bewegte Gewicht oder die Distanz, die ein Container zurückgelegt hat.


 

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Ümit Günes
Ümit Günes

Marketing Manager IoT

Seit 2015 arbeitet Ümit für die T-Systems und kennt sich in vielen Facetten des Internet der Dinge bestens aus. Er begeistert sich vor allem für Themen rund um die Digitalisierung der Geschäftswelt. Für den Blog berichtet er über neue Entwicklungen und Trends in der IoT-Welt, die für den Kunden einen echten Mehrwert bieten.