Mit IoT gegen Feinstaub in der Stadt

15.10.2020 by Ariane Elena Fuchs
Eine junge Frau macht Seifenblasen in einem Park im Sommer.

Luftverschmutzung hat jedes Jahr negative Folgen für die Gesundheit von Millionen Menschen. Wie ein Berliner Start-up mit Moos und dem Internet of Things (IoT) die Luftqualität in Städten auf der ganzen Welt verbessert.

Laut World Health Organization (WHO) ist Luftverschmutzung das größte Umweltrisiko für die Gesundheit. Allein in Deutschland sind laut aktuellem Bericht der Europäischen Umweltagentur zu hohe Werte für Feinstaub und Stickstoff der Grund für jährlich 72.000 vorzeitige Todesfälle. Den Negativrekord hält in Deutschland Stuttgart: Laut Umweltbundesamt ist hier die Luft am schlechtesten. Doch in Bonn an der Friedrich-Ebert-Allee, an der täglich von morgens bis abends die Blechlawine rollt, atmen Passanten wieder richtig durch und machen es sich auf einer Bank in der Nähe gemütlich. Wie das trotz des hohen Verkehrsaufkommens? Grund dafür ist der CityTree – ein sogenannter Bio-Tech-Filter. Dieses außergewöhnliche Stadtmöbel ist drei Meter hoch, mit Holz verkleidet, reinigt die Umgebungsluft von Feinstaub und gibt frischen Sauerstoff ab. Grund dafür sind besondere Moose, die als Luftfilter funktionieren und Feinstaub verstoffwechseln. Weitere Exemplare dieses außergewöhnlichen Stadtmöbels finden sich in Berlin, Darmstadt, London und Lissabon.

Frischluft-Haltestelle aus Berlin

Die Idee stammt vom Berliner Start-up Green City Solutions und verbindet Natur und moderne Technologie. Die Moospflanzen sind schon von Natur aus smart: Laut einer Feldstudie des Leibnitz Instituts für Troposphärenforschung binden sie pro Tag bis zu 80 Prozent Feinstaub in ihrer Umgebung. Mehrere CityTrees in Kombination bilden eine Schutzzone. In einer solchen Clean-Air-Zone sinkt die Feinstaubbelastung insgesamt um bis zu 50 Prozent. Acht Moos-Module aus den neuesten Modellen können innerhalb einer Stunde die Atemluft von bis zu 7.000 Menschen reinigen. Sie kühlen die Umgebungstemperatur bis zu 2,5 Grad Celsius herunter und machen den CityTree zu einer echten Frischluft-Haltestelle. Passanten genießen hier nicht nur ein kühles Lüftchen. Auf Wunsch kann der CityTree auch mit einem Wifi-Hotspot ausgestattet werden. Über einen QR-Code auf der außen montierten Infotafel lassen sich die aktuellen Betriebsdaten abrufen.

Digitale Plattform Erbringt Nachweis Für Bessere Luft

Hinter der Holzverkleidung aus robuster sibirischer Lärche verbergen sich weitere technische Komponenten: Der CityTree ist mit IoT-Sensoren ausgestattet, die Umweltdaten am Standort für das integrierte Bewässerungssystem nutzen. Dadurch kann der CityTree ganzjährig vollautomatisch mit der richtigen Menge Wasser gegossen werden, was doppelt hilft: Neben der Feinstaub-Reduktion durch das Mooswachstum fallen die Versorgungsfahrten mit Wasser weg. Der CityTree wird zwei Mal pro Jahr gecheckt und zwischendurch nach Bedarf gewartet, wenn die Sensoren die Notwenigkeit dazu melden.  

Die Wirkung jedes Pflanzenfilters auf seine Umgebung kann nachhaltig geprüft werden: Über die Plattform AirCare sehen die Besitzer eines CityTrees – meist Unternehmen oder Stadtverwaltungen – digital wie ein CityTree die Luftqualität in seiner Umgebung beeinflusst. Auf dem PC, Tablet oder Smartphone visualisiert das Tool die Luftqualität in der Nähe. In Zukunft will das Unternehmen ganze Städte in Europa und Asien mit ihren vertikalen Pflanzenfiltern ausstatten.


 

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Telefonierende Frau mit Headset
Ariane Elena Fuchs
Ariane Elena Fuchs

Produkt Marketing Manager

Ariane Fuchs beschäftigt sich mit innovativen Technologien wie dem Internet of Things. Ihre Begeisterung für das Thema bezieht sich auf sein Potenzial, positive Auswirkungen für die Gesellschaft und für Unternehmen als Teil davon zu erzielen. Sie kam 2017 zur Deutschen Telekom und hat sich seither auf Themen wie Industrie, Logistik, intelligente Gebäude und digital ermöglichte Nachhaltigkeit spezialisiert.