Green Mobility: E-Scooter mit Precise Positioning optimieren

07.07.2022 by Daniel Kunz
Frau fährt mit E-Scooter über eine Brücke

Der Verbrennungsmotor hat bald ausgedient: Die Zukunft der Mobilität soll elektrischer und damit grüner werden. E-Scooter bieten hier viel Potenzial – das sich durch exakte Ortung noch einmal steigern lässt.

Mit dem Auto mal eben zum Fitnessstudio, Kino oder zu Freunden fahren: Falls es sich nicht um ein Elektrofahrzeug handelt, ist so eine vermeintlich kurze Strecke aufgrund der freigesetzten CO2-Emissionen nicht nur schlecht für die Umwelt. In Großstädten oder zu Stoßzeiten kann sich solch eine Fahrt wegen verstopfter Straßen auch schnell zur gefühlt unendlichen Geschichte entwickeln – Parkplatzsuche inklusive.

Es sind solche Situationen der urbanen Mobilität, in denen E-Scooter ihre Möglichkeiten voll entfalten und die Nachhaltigkeit steigern können: Mit ihnen gelangen Nutzer dank Elektromotor umweltschonender zum Ziel und können am stehenden Verkehr einfach vorbeiziehen. Die Tretroller sind Teil der sogenannten Mikromobilität (siehe Extrakasten), durch die sich vor allem die Fortbewegung in und um den städtischen Raum herum nachhaltiger gestalten lassen kann.

Nachhaltige Mobilität mit Tücken

Seitdem sie seit 2019 offiziell auf deutschen Straßen unterwegs sein dürfen, haben sich E-Scooter in vielen Städten und Kommunen etabliert. Und mitunter zu Konfliktpotenzial geführt: Zu oft stellen Menschen sie an ungünstigen Orten ab, etwa mitten auf dem Gehweg, oder werfen sie gleich achtlos in die Natur. Das trübt nicht nur die Idee von der grünen Alternative zum Auto. Es kann auch ein Kostenfaktor für die Anbieter sein. Schließlich leihen Anwender selten E-Scooter aus, die verdreckt oder kaum erkennbar im Gebüsch liegen.

Definition | Was ist Mikromobilität?

Laut Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMVI) meint Mikromobilität oder Micro Mobility die Fortbewegung mit kleinen, elektrisch betriebenen Fahrzeugen, sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen. Dazu zählen gemäß der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung zum Beispiel E-Scooter oder Segways. E-Fahrräder beziehungsweise E-Bikes fallen nicht unter diese Kategorie, da sie über einen Sitz verfügen. Das BMVI sieht das Potenzial von Mikromobilität vor allem darin, die letzte Meile klimafreundlicher zu machen. Wenn Menschen etwa nicht mit dem Auto von der Bahnstation bis nach Hause oder umgekehrt fahren, sondern mit einem Elektroroller oder Segway, sparen sie CO2-Emissionen ein.

Damit die Elektroroller nach beendeter Fahrt ordnungsgemäß abgestellt werden, können Anbieter feste Parkzonen definieren oder Docking- beziehungsweise Ladestationen im Einsatzgebiet installieren – etwa fernab von Grünflächen oder auf großen, freien Plätzen. Nur dort lässt sich dann regulär eine Ausleihe beenden: Stellen Anwender ihren Scooter an einem anderen Ort ab, zahlen sie weiterhin Leihgebühren. Voraussetzung ist, dass die Anbieter ein System nutzen, mit dem sich ihre Gefährte lokalisieren lassen. So hat zum Beispiel der französische E-Scooter-Anbieter KNOT seine Roller mit IoT-Technologie zur Positionsbestimmung ausgestattet. In der Vergangenheit nutzte KNOT dafür GNSS-Daten, doch stellten sich diese als nicht präzise genug heraus. Immerhin kann die Abweichung hier schnell bis zu zehn Meter und mehr betragen. Erkennt das System deswegen nicht, dass Anwender die E-Scooter tatsächlich in einer autorisierten Zone abgestellt haben und verweigert die Rückgabe, trübt dies die User Experience. Um das Problem zu lösen, stattete KNOT seine Roller mit der Precise-Positioning-Technologie aus.

Urban Mobility mit optimierter Effizienz

Precise Positioning von Telekom und Swift Navigation ergänzt GNSS-Positionsdaten (Global Navigation Satellite System, zum Beispiel des US-amerikanischen Dienstes GPS oder des europäischen Galileo) um Korrekturdaten. Der cloudbasierte Korrekturdienst Skylark von Swift Navigation greift dabei auf ein Netzwerk hunderter Messstationen auf mehreren Kontinenten zurück, um lokale Störungen der Satellitennavigation zu ermitteln. Über GNSS-Receiver und IoT-Hardware am Fahrzeug – in diesem Fall am Roller – fließen beide Datenströme zusammen. So ist eine exakte Positionsbestimmung möglich, bis auf vier Zentimeter genau.

Bei KNOT konnte Precise Positioning rasch überzeugen. Während das System die E-Scooter mit klassischer GNSS-Navigation beispielsweise oft fälschlicherweise abseits der Straße verortete, lieferte die Telekom-Lösung stets zuverlässig die korrekte Position. Sowohl dem Unternehmen als auch seinen Kunden bietet die überlegene GNSS-Technologie Vorteile. KNOT weiß jederzeit genau, wo sich seine elektrischen Tretroller befinden und kann sie leichter dorthin bringen, wo sie am häufigsten gefragt sind. Anwender können sich indes darauf verlassen, dass der Abgabeprozess in einem angezeigten Abstellbereich einwandfrei funktioniert. Mit seinen Ladestationen macht der Anbieter die elektrischen Zweiräder darüber hinaus noch ein wenig nachhaltiger: Denn so ist es nicht mehr nötig, sie mithilfe von Transportern einzusammeln und ihre Akkus andernorts wieder aufzuladen.

IoT-Maßnahmen für mehr Sicherheit im Verkehr

Ungünstig abgestellte E-Scooter sind unterdessen nicht der einzige Kritikpunkt an der nachhaltigeren Alternative zum Auto. Auch dass Nutzer zuweilen riskant fahren, stößt anderen Verkehrsteilnehmern sauer auf. Mithilfe von Precise Positioning geht ein irischer Roller-Anbieter diese Problematik künftig an: ZEUS, der als erster Hersteller weltweit auf ein dreirädriges Design seiner Fahrzeuge setzt. Zu Testzwecken stattete ZEUS seine Scooter mit dem PGM (Precision GNSS Module) Evaluation Kit aus, verbunden mit dem Skylark-Korrekturdienst aus der Cloud. Das Ergebnis: In Kombination mit dem Neigungssensor, der in sämtlichen ZEUS-Rollern verbaut ist, ließ sich mithilfe der exakten Positionsdaten der Fahrstil so genau analysieren wie mit keiner herkömmlichen GNSS-Lösung.

Smart Mobility: Nachhaltigkeit dank IoT

Smart Mobility oder smarte Mobilität steht für klimafreundlichere Fortbewegung und auch für die Digitalisierung der Mobilität. Das Konzept gilt als Antwort auf die Herausforderungen im Straßenverkehr: etwa erhöhtes Fahrzeugaufkommen samt steigender CO2-Emissionen, schlechterer Luftqualität und zunehmender Staus. Laut Statista zeichnet sich eine klare Entwicklung ab; die Umsätze im Bereich Smart Mobility sollen sich bis 2026 allein in Deutschland auf rund 90 Mrd. Euro fast verdreifachen. Den größten Anteil macht dabei die Elektromobilität aus, den kleineren die sogenannte Shared Mobility, also die gemeinsame oder geteilte Nutzung von Verkehrsmitteln. Für viele Use Cases ist das Internet of Things der Antriebsmotor. Neben über das IoT verbundenen E-Scootern ist zum Beispiel die Vernetzung von Autos ein zentrales Thema: Connected Cars tauschen Informationen zur Verkehrslage mit anderen Fahrzeugen und Verkehrssystemen aus. Droht ein Stau auf der Route, schlägt das Bordsystem im Auto automatisch eine Alternative vor. Das reduziert Fahrzeit und Spritverbrauch – entscheidend unter anderem für eine nachhaltige urbane Mobilität.

Registriert das System ein auffälliges Bewegungsmuster – zum Beispiel, weil die fahrende Person betrunken ist –, kann ZEUS die Geschwindigkeit des E-Scooters aus der Ferne automatisch reduzieren und das Gefährt schließlich zum Stillstand bringen. Ebenso kann der Anbieter im Vorfeld feste Fahrwege definieren. Verlässt ein Roller die Linie, kann das System ihn ebenfalls zum Stehen bringen. Ein Konzept, das Vorteile für alle Beteiligten birgt: Auf der einen Seite vermeidet die Technologie Missbrauch, beugt Unfällen und somit Verletzungen vor, sei es von Fahrenden oder anderen Verkehrsteilnehmern. Sie macht die Nutzung der Zweiräder also sicherer. Auf der anderen Seite lassen sich so Schäden an den Rollern vermeiden, weil weniger Unfälle passieren. Daneben nutzt auch ZEUS Precise Positioning ähnlich wie KNOT, um den genauen Standort seiner E-Scooter zu bestimmen. So unterstützt die Lösung das Unternehmen dabei, seine Flotte immer im Blick zu behalten und effizient einzusetzen.


 

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Daniel Kunz
Daniel Kunz

Expert Digital Marketing

Digitalisierung und das Internet of Things gehören zu den Lieblingsthemen von Daniel Kunz. Er ist seit 2017 bei der Deutschen Telekom und schreibt regelmäßig über Technologie-Trends und viele spannende Themen vor allem für den Handel und die Logistik-Branche.