Noch Luft nach oben: So digital ist die Logistik

27.04.2020 by Ümit Günes

Blick auf Logistik-Container am Hafen


Viele Logistiker nutzen bereits digitale Lösungen wie das Internet der Dinge. Für Trends wie Blockchain oder KI hingegen gibt es noch Luft nach oben. Doch welche Vorteile bringen smarte Lieferketten mit sich?

Nach wenigen Tagen im Homeoffice neigt sich die Tonerkartusche des Druckers dem Ende zu. Im Internet bestellt, erhält der Mitarbeiter bereits einen Tag später eine neue. Auch im Supermarkt ist für Nachschub gesorgt. Fehlen in den Regalen Mehl oder Milch, ordert der Marktleiter neue Paletten im nächsten Verteilzentrum. Das wiederum meldet sich beim zuständigen Lieferanten. Ob E-Commerce oder Lebensmittelhandel: Auch in Zeiten einer Pandemie mit geschlossenen Geschäften gibt es Branchen, die funktionieren müssen, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Dabei gilt es, die Lieferkette am Laufen zu halten und Auftrag für Auftrag abzuarbeiten. Das gestaltet sich nicht immer einfach. Aufgrund der hohen Nachfrage stoßen insbesondere viele Logistiker und Transportunternehmen an ihre Grenzen. Die Fahrer kommen mit dem Ausliefern nicht mehr hinterher, die Touren ziehen sich in die Länge. Dies wiederum schlägt sich in steigenden Kosten nieder.

Den CO2-Ausstoß verringern

Dass an dieser Stelle digitale Lösungen helfen, Prozesse zu beschleunigen und zu verbessern, hat sich in der Logistikbranche bereits herumgesprochen. Der Bitkom-Studie „Digitalisierung Logistik“ zufolge erachten vier von fünf der befragten Unternehmen in Deutschland die Digitalisierung als besonders wichtig sowohl in der Logistik als auch entlang der Lieferkette. Vom Einsatz digitaler Technologien versprechen sie sich einen schnelleren Transport (92 Prozent), langfristig sinkende Kosten (85 Prozent) sowie eine weniger anfällige Transportkette (79 Prozent). Und: Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) glauben, dass digitale Technologien helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren, das Transportmanagement nachhaltig zu gestalten und damit die Umwelt zu schonen.

Internet der Dinge: Unkompliziert neue Projekte starten

Vom Container-Tracking über das Lieferkettenmanagement bis zur Tourenplanung: Der IoT Solution Optimizer unterstützt Kunden aus der Logistikbranche bei der Planung von Projekten rund um das Internet der Dinge. Und das ganz ohne aufwändige und kostspielige Tests. Denn der Online-Service liefert in kurzer Zeit Antworten auf folgende Fragen: Welche IoT-Geräte und Sensoren passen zum jeweiligen Projekt? Welche Performance liefern vorhandene Applikationen auf den verschiedenen Netzwerken? Welche Protokolle sind im Internet der Dinge erforderlich? Und wie arbeitet das Unternehmen dank IoT-Technologien insgesamt effizienter?

Trotz der Vorteile digitaler Lösungen halten sich viele Betriebe mit Investitionen noch zurück, insbesondere wenn es um die neuesten Trends wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz (KI) geht. Die Gründe: Das Risiko scheiternder Projekte scheint groß, oft fehlen finanzielle Mittel und das entsprechende Know-how. Erst jedes zehnte Unternehmen nutzt laut Bitkom-Studie Software, um Routen vorausschauend zu planen und Fahrzeuge optimal zu beladen; lediglich ein Fünftel vertraut Datenanalysen. Während das Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) und Robotik bereits häufig die Lieferkette und Logistik unterstützen, fragt nur eine Minderheit neue Technologien wie 3D-Druck, Blockchain oder KI nach. In Zahlen ausgedrückt: 56 Prozent der Unternehmen arbeiten bereits mit Sensortechnologien und 16 Prozent planen deren Einsatz. Demgegenüber setzen erst zehn Prozent auf das Thema 3D-Druck, sechs Prozent auf Künstliche Intelligenz und vier Prozent auf die Blockchain.

Auf die Minute pünktlich: Die perfekte Tourenplanung

Viele Logistiker müssen nicht nur technologische, sondern auch organisatorische Herausforderungen meistern. Ein großes Thema: der Mangel an qualifizierten Fahrern. So ermittelte die Studie „Digitalisierung der Transportkette und die Rolle der Fahrer“ der Bundesvereinigung Logistik (BVL) und T-Systems, dass der Branche rund 40.000 Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer fehlen. Bis zum Jahr 2030 sollen sogar 150.000 Stellen unbesetzt sein. Ein Grund: Viele Mitarbeiter verabschieden sich in Rente, während Nachwuchskräfte ausbleiben. Und das bei gleichzeitig ansteigender Zahl der Transporte.

Digitale Lösungen helfen, diese Diskrepanz aus der Welt zu schaffen. Laut Studie können sowohl ein besseres Zeitfenstermanagement als auch eine effektivere Kapazitätsplanung die Wartezeiten an den Laderampen oder beim Kunden vor Ort verringern. Lassen sich Routen besser planen, Ladeflächen platzsparender nutzen und Leerfahrten vermeiden, gewinnen die Fahrer ebenfalls an Zeit. Da die genannten Maßnahmen kaum ohne eine umfangreiche Datenbasis funktionieren, würde sich mehr als die Hälfte der Logistiker an übergreifenden Datenplattformen beteiligen. Dass solche bisher kaum verbreitet sind, liegt daher weniger an mangelnder Bereitschaft als an der geringen Verfügbarkeit von Daten.

Mögliche Auswirkungen des Fahrermangels in der Logistikbranche

  • Steigendes Risiko für operative Störungen
  • Anstieg der Frachtraten
  • Zu wenig qualifiziertes Personal
  • Ablehnung von Transportaufträgen

Darüber hinaus lassen sich Fahrermangel und Tourenplanung mit autonomen Lkw kompensieren. Fahrerlose Trucks benötigen keine Ruhezeiten, der Fuhrpark ist nonstop ausgelastet. Einer Statista-Umfrage zufolge sehen daher 63 Prozent der befragten Logistikexperten in Deutschland eine mittlere bis sehr hohe Relevanz von selbstfahrenden Lkw für das eigene Unternehmen.

Beispiele für Smart Logistics

Wie digitale Technologien und Vernetzung das Leben von Logistikern erleichtern können, zeigt ein Blick in die Praxis. Das E-Book „Mehr Erfolg mit Smart Logistics“ (PDF) von T-Systems beschreibt, wie sechs Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern ihre IoT-Projekte entlang der Supply Chain umgesetzt haben.


 

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Gestapelte Container in einem Containerhafen
Ümit Günes
Ümit Günes

IoT Marketing Manager

Seit 2008 ist Ümit bei der Telekom tätig und verfügt über umfassendes Wissen in vielen Bereichen des Internet of Things. Sein besonderes Interesse gilt der Digitalisierung des Geschäftskunden. In diesem Blog teilt er aktuelle Entwicklungen und Trends aus der IoT-Welt, die für Kunden echten Mehrwert bieten.