Glasklarer Durchblick auf die Lieferkette

06.01.2020 by Daniel Kunz
Hand hält Smartphone mit Dashboard auf dem Bildschirm

GlasGo lackiert bis zu 200.000 Gläser pro Tag. Werden diese nicht pünktlich und in einwandfreiem Zustand geliefert, steht das Fließband still. Erfahren Sie, wie GlasGo diese Herausforderung mit dem Internet of Things (IoT) lösen will.

Cocktailgläser mit türkisblauem Rand, Tumbler in moosgrün oder Wassergläser in knalligem Pink: GlasGo lackiert täglich bis zu 200.000 Gläser aller Art für Kunden auf der ganzen Welt. Die meisten Gläser lagert der Mittelständler aus Oberlahr im Westerwald nicht auf seinem Firmengelände. Täglich liefern Lkws unterschiedliche Chargen an Gläsern direkt an das Unternehmen. Je nach Auftrag stellt GlasGo täglich seine Produktionsstraße um: Die Spritzmaschinen werden mit neuem Lack befüllt, das Fließband für die erwartete Anzahl der Gläser umgestellt und die Brennöfen geleert. Doch wenn die Gläser nicht pünktlich geliefert werden, steht die Produktion still. Keine alltägliche Situation, aber eine wiederkehrende Herausforderung für das Unternehmen.

Einbußen in Millionenhöhe

Produktionsstillstand und lange Durchlaufzeiten aufgrund von unpünktlichen Lieferungen bereiten nicht nur dem Glasveredler aus dem Westerwald Probleme. Auch andere Branchen, wie zum Beispiel die Automobilindustrie oder die Baubranche erleiden aus diesen Gründen finanzielle Einbußen. Laut der Studie „Supply Chain Risk Management – Herausforderungen und Status quo“ des Bundesverbands für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) hat jede fünfte Unterbrechung der Lieferkette finanzielle Folgen in Höhe von bis zu einer Million Euro.

Mann trocknet Glas mit einem Handtuch


 

Lückenlose Produktion dank IoT

Smarte IoT-Lösungen verhindern unerwartete Unterbrechungen der Supply Chain und unterstützen die Logistik dabei, den Überblick über die Performance der Unternehmensflotte zu behalten und Verspätungen rechtzeitig zu erkennen. Die Mitarbeiter in der Zentrale haben in Echtzeit ihre Fahrzeuge im Blick, ohne die Fahrer regelmäßig anzurufen. So bemerken die Logistiker sofort, wenn es Verzögerungen gibt und können Kunden umgehend informieren. Die Mitarbeiter von GlasGo wüssten so rechtzeitig, dass sich eine Lieferung verspätet und könnten den Umbau der gesamten Anlage effektiver planen. Neben dem genauen Standort, erfassen Tracking-Lösungen wie Drive and Track von T-Systems auch den Benzinverbrauch, senden bei Unfällen oder Diebstählen sofort ein Signal oder benachrichtigen anhand von Motorendaten frühzeitig, wenn einzelne Fahrzeuge gewartet werden müssen.

Eine weitere IoT-Lösung für eine transparente Logistik sind intelligente Tracker, die direkt an der Ware befestigt werden. Sensoren in den Trackern melden beim Transport nicht nur den aktuellen Standort der Waren sondern auch, wenn es Erschütterungen gibt oder die Umgebungstemperatur einen bestimmten Wert unter- oder übersteigt. Lösungen wie der Low Cost Tracker von T-Systems haben eine lange Batterielaufzeit, sind kostengünstig und lohnen sich daher auch bei einmaligen Fahrten. Aktuell testen der Mittelständler und T-Systems eine entsprechende Lösung. Wenn bei GlasGo in Zukunft die fertig lackierten Gläser das Firmengelände verlassen, hat der Mittelständler jederzeit einen Überblick über den aktuellen Standort und den Zustand der Gläser.

Vernetzte Brennöfen beschleunigen die Produktion

Nicht zum ersten Mal arbeiten T-Systems und der Glasveredler aus Rheinland-Pfalz zusammen: Seit rund einem Jahr vernetzt GlasGo seine Brennöfen mit dem Internet der Dinge. Bis zu zehn Sensoren in den Öfen erfassen die Innentemperatur im Zehnsekundentakt und senden die Ergebnisse in die Cloud of Things von T-Systems. In einer App werden die Daten verarbeitet und Temperaturschwankungen direkt gemeldet. „Die Lacke müssen im Brennofen in einem festgelegten Temperaturbereich um die 180 Grad Celsius mit dem Glas verbunden werden. Fällt die Temperatur unter einen Schwellenwert oder überschreitet sie die Höchsttemperatur, leidet die Qualität. Oder noch schlimmer: Wir können eine ganze Charge wegschmeißen“, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Hirsch. Zudem meldet die App rechtzeitig, wenn Brennöfen ausfallen. Ein weiterer Vorteil: Wenn die Öfen zu einer bestimmten Uhrzeit noch nicht hochgefahren sind, erfährt das Geschäftsführer Hirsch direkt per App. Sein morgendlicher Kontrollanruf im Werk fällt somit weg.

Hans-Jürgen Hirsch ist immer auf der Suche nach digitalen Technologien, die sein Unternehmen weiterbringen. "Aktuell werden bei uns erfolgreiche Tests einer IoT-Tracking-Lösung mit T-Systems durchgeführt. Ich bin überzeugt, dass wir uns mit dieser Lösung für die Zukunft noch besser aufstellen und deutliche Wettbewerbsvorteile sichern können", sagt Hirsch. Denn: "Die Konkurrenz schläft nicht."

IoT: Vorteile für Produktion und Logistik

In der Produktion und Logistik konzentriert sich die Technologie auf die Vernetzung von Maschinen und Produktionsanlagen sowie von Fahrzeugen, die Waren transportieren. Unternehmen wollen mit IoT-Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Füllstände, Standorte oder Erschütterungen in Echtzeit ermitteln. Dabei senden Sensoren in den Trackern ihre Ergebnisse an eine Cloud, wo die Daten anschließend digital verarbeitet werden. Die Analyse der Sensorendaten kann Unternehmen dabei helfen, Prozesse in der Produktion und Logistik zu beschleunigen: Lieferrouten werden optimiert, defekte Anlagen frühzeitig erkannt oder der Transport beschleunigt. Nicht nur in den Bereichen Transport und Produktion unterstützt IoT Unternehmen. Das Interesse an dieser Technologie interessiert die Wirtschaft branchenübergreifend.


 

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Daniel Kunz
Daniel Kunz

Expert Digital Marketing

Digitalisierung und das Internet of Things gehören zu den Lieblingsthemen von Daniel Kunz. Er ist seit 2017 bei der Deutschen Telekom und schreibt regelmäßig über Technologie-Trends und viele spannende Themen vor allem für den Handel und die Logistik-Branche.