Funkende Ketten: Telekom und RUD bringen Förderanlagen in die Cloud

09.08.2021 by Annalena Rauen
Frau in einem digitalisierten Kraftwerk

Ohne die Förderketten von RUD geht in vielen Kraftwerken nichts: In Kohlekraftwerken sorgen sie etwa für reibungslose Abläufe, indem sie eine kontinuierliche Entaschung gewährleisten. Doch solche Vorgänge belasten das Material. Um den Zustand der Ketten beim Kunden immer im Blick zu haben und Ausfälle zu vermeiden, nutzt der Hersteller das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) – und kann über die Cloud of Things der Telekom alle Anlagen aus der Ferne analysieren.

Es sind gewaltige Kräfte am Werk, wenn aus Kohle Energie entsteht. Tonnen von Sedimentgestein fließen über Förderbänder von Lagerhalden in Kohlespeicher und verbrennen bei Temperaturen um 1300 Grad, nachdem schwere Maschinen sie vorher zu Staub zermahlen haben. Wasserdampf ensteht und treibt Turbinen und Generatoren an. Während der erzeugte Strom ins Netz eingespeist wird, erfolgt die Entsorgung der heißen Kohleasche unterhalb der Kessel. Sind die Förderbänder defekt und transportieren den Verbrennungsmüll nicht mehr ab, steht im schlimmsten Fall das gesamte Kraftwerk still. Funktionstüchtige Fördersysteme sind daher für einen reibungslosen Materialfluss essenziell.

Keine Statusanalyse aus der Ferne

Die 1875 gegründete RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH & Co. KG hat sich auf solche industriellen Förderanlagen spezialisiert und stellt robuste Systemkomponenten wie Hochleistungsketten, Rollen oder Räder her. Da diese meist unter extremen Bedingungen zum Einsatz kommen, sind regelmäßige Statuskontrollen und Wartungen unabdingbar.

Bisher fand dies über Sensoren und ein Ampelsystem direkt an der Produktionsanlage statt. Die Kunden von RUD haben Ketten zudem nur nach Erfahrungswerten gewechselt. Eine Fernwartung oder ständige Statusanalyse der Ketten waren nicht möglich.

Wie hilft die Cloud bei der Fernanalyse?

Deswegen hat der Mittelständler aus dem baden-württembergischen Aalen nach einer digitalen Lösung gesucht, um die Förderketten seiner Kunden auch aus der Ferne untersuchen und ständig über die aktuellen Daten verfügen zu können. RUD entschied sich für die Industrial-Internet-of-Things-(IIoT)-Lösung auf Basis der Cloud of Things der Telekom. In den vorhandenen Anlagen waren bereits Sensoren integriert. Die Telekom hat zudem in kurzer Zeit eine IoT-Box - eine sogenannte SmartBox – installiert, die sich mit der Cloud of Things verbinden lässt. Die an den Anlagen entstehenden Daten werden über das Mobilfunknetz in die Cloud gesendet.

Mittlerweile funken mehr als ein Dutzend Anlagen von RUD ins Internet of Things. Die an den Anlagen verbauten Sensoren senden Daten zu Hitze oder Spannwegen über SIM-Karten per GSM verschlüsselt in die Cloud of Things. Dort erfolgt die Visualisierung der Daten, den Kunden von RUD stehen sie dann über ein abgesichertes Dashboard zur Verfügung. Ohne direkt an der Entaschungsanlage stehen zu müssen, können etwa Kraftwerksbetreiber dank der digitalen Anlagendaten aktuelle Statusberichte vom Schreibtisch im Kontrollraum aus einsehen oder Belastung und Verschleiß der Ketten live mitverfolgen. Und auch für RUD selbst hat die Lösung Vorteile: Das Unternehmen kann nun die Produktion der Ketten besser planen, weil es genau weiß, welcher Kunde künftig Nachschub benötigt. Somit kann RUD auch einen besseren Service bieten und auf Nachfrage immer direkt lieferfähig sein.

Wartungen effizienter planen mit dem Internet of Things

Auf Basis individueller Alarmeinstellungen erhalten Kunden von RUD in Echtzeit per Mail eine Benachrichtigung, wenn ein Wert nicht mehr der Norm entspricht. Damit können Kraftwerksbetreiber sich rechtzeitig auf einen Kettenaustausch vorbereiten und Ausfallzeiten im Kraftwerk verhindern – mögliche Ausfälle lassen sich durch die IoT-Lösung bereits im Vorhinein erkennen. Zudem können RUD und die Kunden durch die vorausschauende Wartung Einsätze an den Anlagen effizienter planen. RUD kann etwa proaktiv auf Wartungen hinweisen. Routinemäßige Wartungen, die gemessen am tatsächlichen Zustand der Maschine noch gar nicht nötig gewesen wären, entfallen dadurch.

Die Cloud of Things lässt sich zudem flexibel skalieren, sodass Nutzer schnell in der Lage sind, neue Anlagen hinzuzufügen. So konnte RUD bereits Anlagen in Brasilien an die Cloud of Things anbinden. Weitere Förderbänder in Indien und Australien sind derzeit in Planung.


 

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Telefonierende Frau mit Headset
Annalena Rauen
Annalena Rauen

Marketing Managerin IoT

2016 hat Anna erstmalig IoT-Themen bei der Deutschen Telekom begleitet. Seitdem betreut sie Kunden Use Cases unterschiedlichster Branchen – immer fokussiert auf den Nutzen, den das Internet of Things generieren kann. Im IoT-Blog beschreibt sie echte Anwendungsfälle und welchen Mehrwert diese Innovationen für die Marktakteure, deren Geschäftsmodelle oder gar ganze Branchen bieten.