5 populäre Irrtümer rund um IoT

12.05.2020 by Ümit Günes
Hände halten Tablet auf Automationsmaschine im Hintergrund.

Beim IoT geht es nur darum, Kaffeemaschinen und Kühlschränke ans Internet anzuschließen. Außerdem sind alle IoT-Geräte anfällig für Cyberattacken – häufige Missverständnisse rund um das Internet der Dinge.

Einige Klischees über das Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) halten sich seit Jahren hartnäckig. Mittlerweile hat die Hälfte der Unternehmen in Deutschland bereits ein IoT-Projekt umgesetzt – und es zeigt sich: Nicht alle Weisheiten zur Technologie und ihrer Umsetzung sind allgemeingültig. Hier einige Beispiele für populäre IoT-Irrtümer:

1. Beim IoT geht's um sprechende Kühlschränke

Der Kühlschrank, der selbstständig Milch und Gemüse nachbestellt, ist ein ebenso oft bemühtes wie irreführendes Klischee vom Internet der Dinge. Für die Medien – und damit die Öffentlichkeit – war das Smart Home lange die populärste, weil greifbarste Ausprägung des IoT. Im intelligenten Zuhause funktioniert künftig alles automatisch, so das Versprechen: Morgens geht zuerst das Licht im Schlafzimmer, dann im – bereits vorgeheizten – Bad an. Der Lieblingssender im Radio schaltet sich ein, während in der Küche der Kaffeeautomat das erste Heißgetränk aufbrüht. Die Rollläden fahren selbsttätig nach oben, die Heizung springt an. Alles reagiert auf Sprache: Lampen, Fernseher, Saugroboter – und natürlich der Kühlschrank.

Tatsächlich ist das Smart Home nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten des IoT. Das weiter gefasste Szenario des Smart Building umfasst vernetzte Energiezähler zur Fernablese (Smart Meter) ebenso wie die automatische Steuerung des Raumklimas in Bürogebäuden. Das Internet of Things macht alles smart: Die Fabrik wird dank Sensorik und Vernetzung zur Smart Factory, Mobilfunk und Tracker ermöglichen Smart Transport und Smart Logistics. Und die Stadt von morgen wird durch vernetzte Ampeln, Straßenlaternen, CO2-Sensoren und Mülltonnen zur Smart City. So wird das IoT ein deutlich größeres Betätigungsfeld in der Industrie 4.0 finden als im Zuhause mit seinem sprechenden Kühlschrank.

2. Alle IoT-Geräte sind anfällig für Cyberattacken

Diese pauschale Annahme beruht zum großen Teil auf Geschichten aus dem Smart Home. „Der Mythos ist deshalb so weit verbreitet, weil so viele Alltagsprodukte in unseren Häusern heute miteinander verbunden sind“, sagt Rasmus Kjellén, Supply Chain Manager bei Minut. Das schwedische Start-up hat sich auf die Sicherheit von Smart-Home-Technologie spezialisiert. „Man hört immer wieder Horrorgeschichten darüber, wie Nutzer von Smart-Home-Geräten ausspioniert oder belauscht werden, und auch Filme mit Cyberangriffen sind immer beliebter geworden.“

Zwar sei alles, was vernetzt ist, anfällig für Angriffe. „Aber letztlich ist entscheidend, wie viel Aufwand ein Unternehmen betrieben hat, um sicherzustellen, dass seine Systeme geschützt sind“, so Kjellén. „Oder dass Ihre Sicherheitskamera nicht gehackt werden kann, damit Sie jemand ausspionieren kann.“ Wichtig ist etwa das Prinzip Security by Design: Der Sicherheitsaspekt sollte bereits bei der Entwicklung eines Produkts mitgedacht und bei der Fertigung ins Gerät integriert werden. Außerdem entscheidend: die Sicherheit der Datenübertragung. Hier bieten Festnetzverbindungen und, bei mobilen Anwendungen, der Mobilfunk die größte Sicherheit. Wer keine eigene Expertise für IoT Security aufbauen kann oder will, fährt mit Out-of-the-box-Angeboten am sichersten: Der richtige Partner bietet alle IoT-Komponenten wie Hardware und Software, Konnektivität, Plattform und Cloud-Dienste aus einer Hand – Rund-um-Sicherheit inklusive.

3. Einfach Geräte irgendwie ans Internet anschliessen und schon bin ich im IoT!

Sicher, das Internet of Things verbindet – das sagt schon sein Name – Dinge mit dem Internet: Geräte, Sensoren, Maschinen, Fahrzeuge und vieles mehr. Doch es geht um das Warum. „Wenn Sie zum Beispiel eine Tür vernetzen, macht es nicht viel Sinn, einfach nur zu wissen, ob die Tür offen oder geschlossen ist“, sagte Alexander Wehrmeister, Produktmanager IoT bei T-Systems, beim hub:raum TechDay in Berlin. „Aber wenn Sie zusätzliche Abfragen einbauen, etwa wie oft sie geöffnet wird und welche Art von Tür es ist, kann dies für Ihren Kunden wertvoll sein.“ Handle es sich zum Beispiel um die Tür eines Waschraums in einem Bürogebäude, könnte das Servicepersonal anhand dieser Daten einen optimalen Reinigungsplan erstellen. „Deshalb arbeiten wir mit vielen Unternehmen zusammen und kombinieren deren Fachwissen mit unseren Daten – das bringt Vorteile“, so Wehrmeister.

Lediglich Dinge ans Internet anzuschließen reicht natürlich nicht. Das Internet of Things erfordert auch die Infrastruktur drumherum: die passenden Schnittstellen und Standards, eine effiziente Technologie für die Datenübertragung, eine Analysesoftware – in der Cloud oder on-premises – sowie einen intuitiven Zugang für den Anwender, etwa über ein Web-Dashboard. Ein Beispiel aus der Industrie: Eaton, Spezialist in Sachen Energiemanagement mit Sitz in Dublin, ermöglicht seinen Kunden eine Echtzeitüberwachung ihrer Maschinen via IoT. Die Automatisierungskomponenten von Eaton senden alle Sensorendaten zu einer IoT-Plattform der Telekom, wo sie mit Big-Data-Analysen ausgewertet werden können. So können Maschinenbauer komplette Anlagen direkt von der Cloud aus überwachen. Sie sehen durch dieses Condition Monitoring nicht nur, wann ein Verschleißteil ausgetauscht werden muss, sondern können auch Abhängigkeiten zwischen Produktionsergebnissen, einzelnen Komponenten wie Filtern oder Prozessdaten wie Temperatur und Druck in laufenden Fertigungsprozessen erkennen. So lassen sich Maschinen vorausschauend warten und Prozesse optimieren.

4. Im IoT geht es hauptsächlich darum, so viele Daten wie möglich zu sammeln

Je mehr Daten Unternehmen sammeln, desto besser: Diese Formel ist zu einfach gedacht. Es kommt nicht immer auf die schiere Masse an, sondern vielmehr auf den beabsichtigten Nutzen der Daten für das Unternehmen. Für eine vorausschauende Wartung in der Industrie 4.0 etwa müssen die Sensordaten der Maschinen vor der Weiterverarbeitung in der Cloud gefiltert werden. Dies geschieht per Edge Computing – also in Rechnern nahe der Produktion, etwa vor Ort in der Fabrik. Nur wenn Messwerte vom Normalzustand abweichen, Temperatur oder Drehzahl beispielsweise, sendet das Edge Device diese Werte weiter zur Analyse. Das spart Zeit und Bandbreite. Anschließend müssen die Daten den richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Form zugänglich gemacht werden. Das erfordert zunächst eine sichere und zuverlässige Übertragung der Daten. Bei der Aufbereitung und Analyse auf einer Cloudplattform stehen Unternehmen inzwischen zahlreiche KI-gestützte Analysetools zur Verfügung. Und IoT-Plattformen wie die Cloud of Things der Telekom machen die Ergebnisse für den Nutzer über ein Web-Dashboard übersichtlich sichtbar.

Mittlerweile gehen immer mehr Unternehmen noch einen Schritt weiter und monetarisieren ihre Daten. Wo bislang die Befürchtung überwog, mit den eigenen wertvollen Daten Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse preiszugeben, hat ein Umdenken eingesetzt. Wenn etwa alle Beteiligten einer Lieferkette ihre gesammelten Daten untereinander austauschen, lassen sich Lieferungen präziser planen und Produktionsausfällen vorbeugen. Stellt eine Kommune städtische Daten auf Marktplätzen wie dem Data Intelligence Hub öffentlich zur Verfügung, können Unternehmen damit neue Anwendungen wie etwa eine Parkplatzsuche-App oder digitale Lösungen wie ein Freizeitportal anbieten – wovon wiederum die Bürger profitieren.

5. IoT ist nur etwas für große Unternehmen

Keineswegs: Auch der Mittelstand hat das Internet of Things für sich entdeckt. Tatsächlich haben bereits 84 Prozent der Mittelständler in Deutschland mindestens eine IoT-Anwendung im Einsatz, wie die PAC-Studie „Das Internet der Dinge im deutschen Mittelstand 2019“ im Auftrag der Deutschen Telekom zeigt. Ein Grund: Sowohl IoT-Hardware wie Sensoren und Funkmodule als auch die Konnektivität zum Senden der Daten sind günstiger geworden. Mit NarrowBand IoT (NB-IoT) und demnächst LTE-M stehen zudem Funktechnologien zur Verfügung, die speziell auf Kostenersparnis ausgerichtet sind: Entwickelt, um lediglich kleine Datenmengen zu übertragen, ermöglichen sie den Aufbau eines IoT-Netzwerks mit langlebiger und zugleich kostengünstiger Hardware.

Ein Grund, warum kleine und mittlere Unternehmen bislang gezögert haben, ein IoT-Projekt in Angriff zu nehmen: das Personal. Oft sind qualifizierte Mitarbeiter mit IoT-Expertise Mangelware. Deshalb setzen immer mehr Betriebe auf externe Experten, wenn es um Entwicklung und Implementierung, Vernetzung und Sicherheit sowie Beratung und Betrieb geht. Nutzen Unternehmen das Know-how eines Partners, der ihnen alle Elemente einer IoT-Umsetzung Ende-zu-Ende anbietet, können sie sich darauf konzentrieren, aus den gewonnenen IoT-Daten Einblicke für ihr Business zu gewinnen.


 

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Ümit Günes
Ümit Günes

Marketing Manager IoT

Seit 2015 arbeitet Ümit für die T-Systems und kennt sich in vielen Facetten des Internet der Dinge bestens aus. Er begeistert sich vor allem für Themen rund um die Digitalisierung der Geschäftswelt. Für den Blog berichtet er über neue Entwicklungen und Trends in der IoT-Welt, die für den Kunden einen echten Mehrwert bieten.