Future Mobility: Mit Precise Positioning in die Zukunft steuern

26.07.2022 by Daniel Kunz
Selbstfahrender Bus in Schweden

Bis auf vier Zentimeter spurgenaue Navigation: Wie menschliche Fahrschüler bei Smartmoov und autonome Shuttles von Auve Tech von IoT und Precise Positioning profitieren.

Ob missachtete Vorfahrtsregeln, zu hohe Geschwindigkeit oder ein übersehenes Straßenschild: Menschliches Fehlverhalten ist die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr. Doch dank intelligenter Technologie sind solche Fehler vermeidbar. So gelten selbstfahrende und voll vernetzte Autos und Busse als Schlüsselelement für die Mobilität der Zukunft. Bereits seit 2015 förderte das Bundesforschungsministerium mit rund 100 Millionen Euro daher Projekte zum automatisierten und vernetzten Fahren.

Dennoch stoßen viele Entwicklungen aktuell noch an technologische Grenzen. Denn auch bei schlechten Witterungsbedingungen wie Starkregen, Nebel und Schnee sowie Fahrbahnen ohne Markierung müssen selbstfahrende Fahrzeuge die Spur halten und zuverlässig vernetzt sein. Eine Aufgabe, die auch die Entwickler der Unternehmen Auve Tech vor eine Herausforderung stellte.

Auve Tech: Mit Precise Positioning autonom und sicher fahren

Seit seiner Gründung im Jahr 2019 ist das estnische Unternehmen Auve Tech auf den Bau von fahrerlosen Fahrzeugen und autonomen Systemen spezialisiert. Bis vor kurzem verwendete das Unternehmen für seine selbstfahrenden Busse ausschließlich die LiDAR-Technologie. Die Shuttles erkannten so ihre Umgebung und berechneten die eigene Position, um Hindernisse frühzeitig zu identifizieren. Doch die Technologie ist kostenintensiv und anfällig bei äußeren Einflüssen, wie schlechtes Wetter. Zur Unterstützung baute Auve Tech daher nun erstmals ein Precise Positioning GNSS-Modul (PGM) in seine Shuttles ein.

So funktioniert Lidar

Lidar-Systeme (Light detection and ranging) nutzen Laserstrahlen zur Entfernungs- oder Geschwindigkeitsmessung. Die Technologie wird bereits bei autonomen Transportsystemen eingesetzt, um Kollisionen zu vermeiden. In der Robotik unterstützt die Technologie dabei, Umgebung und Objekte präzise zu erfassen. Auve Tech nutzte die Technologie bislang für seine selbstfahrenden Shuttles. Denn mithilfe von LiDAR erkennt der fahrerlose Bus seine Umgebung und berechnet die Position in Bezug auf andere physische Objekte. Das Ergebnis dieser Berechnungen: Eine hochauflösende Karte, die den Shuttles zur Navigation diente.

Nun ergänzen Precise Positioning von Telekom und Swift Navigation die GNSS-Positionsdaten (Global Navigation Satellite System) um weitere Korrekturdaten. Durch die Starling-Positionierungstechnologie und den cloudbasierten Korrekturdienst Skylark von Swift Navigation sind exakte Positionsbestimmungen bis auf vier Zentimeter möglich. Der Korrekturdienst greift auf ein Netzwerk von hunderten Messstationen auf mehreren Kontinenten zurück und ermittelt lokale Ungenauigkeiten in der Satellitennavigation. Auch Testfahrten des Unternehmens haben gezeigt, dass das PGM-Sensorsystem und der Skylark-Korrekturdienst eine sichere und akkurate Positionsbestimmung bei autonomer Navigation ermöglichen und somit eine ideale Ergänzung der bestehenden LiDar Technologie darstellen. So ist es möglich, die satellitengestützte IoT-Technologie Precise Positioning als eigenständige Lösung beim autonomen Fahren einzusetzen.

Smartmoov: Weniger Unfälle und mehr Fahrsicherheit dank Precise Positioning

Auch bei Fahrzeugen, die noch klassisch von menschlichen Fahrern gesteuert werden, kann IoT und Precise Positioning helfen, die Sicherheit im Strassenverkehr zu erhöhen. Das französische Unternehmen Smartmoov setzt auf den Einsatz von Precise Positioning und unterstützt so Fahrschüler und Fahrlehrer. Das Start-up hat eine automatische Überwachungs- und Analyse-Lösung entwickelt, um das Fahrverhalten zu beobachten und Straßen so sicherer zu machen. Dafür zeichnen Dashboard-Kameras im und außerhalb des Fahrzeugs Videomaterial von Fahrstunden auf. Mithilfe der Lösung können Versicherungsgesellschaften so auch das Risikoniveau der Versicherten besser einschätzen.

Um das Fahrverhalten analysieren und optimieren zu können, wird das Videomaterial um genaue Standortdaten ergänzt. Dafür hat Smartmoov die Dashboard-Kameras mit dem PGM-Modul ausgestattet. Durch den Korrekturdienst Skylark lassen sich die Fahrschulautos auf vier Zentimeter genau lokalisieren und Informationen zur Spureinhaltung einsehen. Nach jeder Fahrt erstellt eine Künstliche Intelligenz einen Bericht zum Fahrverhalten. Dank Precise Positioning kann Smartmoov so genau aufdecken, wo die häufigsten Fahrfehler passieren. Fahrschulen können darauf reagieren und Maßnahmen zur Fahrsicherheit und Unfallvermeidung einleiten.

Spurgenaue Positionsbestimmung aus der Cloud

Mithilfe dieser IoT-Technologie können Unternehmen ihre fahrerlosen Fahrzeuge und autonomen Systeme so sicherer machen. Denn während GNSS-Positionierung allein zu ungenau für die autonome Navigation ist, profitieren Unternehmen mit Precise Positioning von deutlich genaueren Positionsbestimmungen. Durch den Korrekturdienst gehören so bereits kleine Fehler bei der Standortbestimmung der Vergangenheit an. Dabei ist die cloudbasierte IoT-Anwendung für eine unbegrenzte Anzahl autonomer Fahrzeuge skalierbar. Für die Mobilität der Zukunft bedeutet das maximale Sicherheit im autonomen Straßenverkehr. Aber auch unsere Umwelt und andere Branchen, wie die Landwirtschaft profitieren von der IoT-Technologie.


 

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Daniel Kunz
Daniel Kunz

Expert Digital Marketing

Digitalisierung und das Internet of Things gehören zu den Lieblingsthemen von Daniel Kunz. Er ist seit 2017 bei der Deutschen Telekom und schreibt regelmäßig über Technologie-Trends und viele spannende Themen vor allem für den Handel und die Logistik-Branche.