Green IoT: Nachhaltigkeit per Internet of Things

02.09.2021 by Ariane Elena Fuchs
Stilisierte Fabrik aus grünen Blättern


Senken Unternehmen ihren CO2-Ausstoß, danken es ihnen Umwelt und Verbraucher. Wie das Internet of Things dabei hilft, sich ändernden Kundenwünschen zu entsprechen und gleichzeitig ökologisch zu wirtschaften.

Wir schreiben das Jahr 2050. Die Klimakrise ist gemeistert, der CO2-Ausstoß auf ein Minimum reduziert. Statt aus Kohlekraftwerken oder Atommeilern kommt der Strom für Europas Smart Grids ausschließlich von Wind- und Wasserkraft aus Nordeuropa, Biomasse aus Zentraleuropa und Solarstrom aus Italien, Spanien und Griechenland. Die Industrie hat ihre Prozesse komplett umgekrempelt und auf ganz neue Produktionsmethoden umgestellt, die auf dem Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff basieren. Lebensmittel in Bio-Qualität und aus nachhaltiger Landwirtschaft sind eine Selbstverständlichkeit und der Verbrennungsmotor in Fahrzeugen hat ausgedient.

Was nach ferner Utopie klingt, haben Politik und Wirtschaft bereits auf der Agenda. Mit dem Klimaprogramm 2030 und dem neuen Klimaschutzgesetz – Stichwort Energiewende – will die deutsche Bundesregierung den Ausstoß von Treibhausgasen verbindlich um rund 300 Millionen Tonnen verringern, die Erderwärmung so mindern und bis 2045 klimaneutral werden. Der EU Green Deal, ausgestattet mit einem Budget von 1,8 Billionen Euro, soll den Übergang zu einer modernen, ressourcen-effizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft ebnen. Die Ziele: Senkung der Netto-Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 sowie null Netto-Treibhausgase bis 2050.

Politikvorgabe und Kundenwunsch: Nachhaltigkeit

Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Politik auf regulatorische Eingriffe, die klimaschädliches Wirtschaften zunehmend sanktionieren und im Gegenzug Nachhaltigkeit belohnen. Unternehmen müssen also handeln, um künftige Anforderungen umsetzen zu können. Viele Betriebe stellen daher aktuell ihre Produktion um oder setzen lieber gleich auf die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Geschäftsmodelle. Das Ziel: ihre CO2-Bilanz zu verringern oder sogar klimaneutral zu wirtschaften.

Aber nicht nur wegen der politischen Vorgaben: Die Unternehmen haben erkannt, dass auch Kunden und Geschäftspartner vermehrt auf die Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen achten. Wie Studien zeigen, ist für zwei Drittel der Menschen Nachhaltigkeit schon heute ein entscheidendes Kaufkriterium – Tendenz steigend. Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeitsthemen werden zum Beispiel zum entscheidenden Erfolgsfaktor, wenn es darum geht, die Millenial-Generation als Kunden zu gewinnen und zu halten. B2B-Kunden stellen zudem hohe Erwartungen an ihre Zulieferer, um die gesamte Lieferkette nachhaltig zu gestalten. Auch Investoren streben nach Net Zero und sehen Nachhaltigkeit als zunehmend wichtiges Kriterium. Unternehmen müssen also den Anforderungen unterschiedlicher Stakeholder-Gruppen gerecht werden. Der Vorteil: So wandelt sich Nachhaltigkeit vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil und wird Teil der Markenidentität und des Produktdesigns.

Einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Industrie 4.0 leistet das Internet der Dinge (Internet of Things; IoT). Denn mit einer IoT-Anwendung lässt sich nicht nur die Effizienz erhöhen: Ressourcen kommen schonender zum Einsatz, Fahrten verkürzen sich und mit ihnen CO2-Ausstoß und Spritverbrauch, Produktion und Transport werden klimafreundlicher – also genau das, was Kunden heute fordern.

Illustration der CO2-Sparpotentiale durch Digitalisierung mit dem Internet of Things

Green Logistics: Weniger Ausschuss beim Transport

Die Hälfte der von der Bundesregierung geforderten 300 Millionen Tonnen Treibhausgas lassen sich in Fertigung, Mobilität, Gebäudewirtschaft und weiteren Branchen einsparen (siehe Grafik). In Lieferketten beispielsweise ist fehlende Transparenz oft ein Problem: Waren verderben, weil ihr Zustand während des Transports nicht bekannt ist. Ein gutes Beispiel dafür, wie IoT Transport und Logistik nachhaltiger macht, ist Quehenberger Logistics. Das Unternehmen nutzt eine IoT-Plattform und die Cloud, um den Zustand von Gütern entlang der Supply Chain zu überwachen: Steht ein mit IoT-Sensoren bestückter Container mit empfindlichen Medikamenten zu lange an einem Standort und die Temperaturen steigen bedenklich, schlägt die Lösung Alarm. Die Verantwortlichen können sofort Gegenmaßnahmen einleiten. Weniger Ausschuss bedeutet weniger Ersatzlieferungen – und damit auch weniger Verkehr und CO2-Emissionen sowie eine effizientere Nutzung von Ressourcen.

Predictive Maintenance senkt Energie- und Spritkosten

Mangelnde Transparenz ist auch für die Fertigungsindustrie eine Herausforderung, etwa bei der Maschinenwartung. Cloudbasierte IoT-Lösungen sammeln mittels vernetzter Sensoren kontinuierlich die Betriebsdaten der Maschinen und werten sie aus. Dank vorausschauender Wartung werden Fehler bereits sichtbar, bevor sie die Leistung eines Geräts beeinträchtigen oder zum Ausfall führen. Viele Störungen behebt der Hersteller gleich aus der Ferne, Wartungsfahrten fallen nur an, wenn sie nötig sind. Maschinen halten länger, der Kundendienst spart Kosten für Fahrzeuge und Sprit. Wie bei Ziehl-Abegg: Durch Vernetzung seiner Ventilatoren reduziert der Hersteller Ausfallzeiten und Servicekosten für seine Kunden. Ein Nachhaltigkeitsplus.

Ressourcen sparen mit IoT

Natürliche Ressourcen sind wertvoll und knapp, eine effiziente Nutzung ist unabdingbar – und auch hierfür ist Transparenz über die Nutzung wichtig. Smart Metering, also der Einsatz intelligenter Energieverbrauchszähler, schafft hier Abhilfe und ermöglicht zugleich eine Verbrauchsoptimierung. Ein Beispiel aus der Praxis: Die spanische Firma Hidroconta hat ihre Messgeräte mit der Cloud verbunden, um Plantagenbewässerung und Wasserverbrauch online steuern und einsehen zu können. Die IoT-Geräte sind mit Embedded SIMs der Telekom ausgestattet. Dank der globalen NB-IoT-Abdeckung sind die Wasserzähler an den abgelegensten Orten auch ohne Stromzufuhr vernetzt. Vorteile: Die Geräte lassen sich aus der Ferne steuern, der Wasserverbrauch sinkt, Ressourcen werden eingespart – und auch die Kosten sinken.

Nachhaltiges Wirtschaften wird zur gesellschaftlichen Verantwortung

Angefangen beim verantwortungsvollen globalen Einkauf der Rohstoffe über die grüne Logistik, die Produktionsbedingungen bis hin zu Verpackung, Vertrieb und Marketing: In allen Unternehmensbereichen schlummert Potenzial für Maßnahmen, CO2 einzusparen und für das Klima nachhaltiger zu wirtschaften. Meetings per Videokonferenz statt Vor-Ort-Treffen, eine Dienstwagenflotte mit E-Autos und Jobfahrrad, den Stromanbieter gezielt mit Blick auf erneuerbare Energien auszuwählen – die Möglichkeiten sind zahlreich.

Die Telekom hat beispielsweise mit #GreenMagenta eine Initiative ins Leben gerufen, um besonders nachhaltige Produkte, Services und Initiativen des Unternehmens auszuzeichnen: Ist recyceltes Material verbaut, die Verpackung biologisch abbaubar oder das Produkt besonders energieeffizient, erhält es das „#GreenMagenta“-Label. Gutes Beispiel ist der Endgeräte-Kreislauf für Smartphones: Die Bonner nehmen die Altgeräte ihrer Kunden zurück und bereiten sie entweder auf oder recyclen die Rohstoffe des Smartphones. Unter dem Label bietet der Telekommunikationsanbieter Kunden und Geschäftspartnern gezielt Produkte und Services mit ökologischem und sozialem Mehrwert. Mit nachhaltigem und zugleich effizienterem Wirtschaften kann die Telekom nicht nur die gestiegenen Erwartungen ihrer Kunden erfüllen, sondern sich auch vom Wettbewerb differenzieren, der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und ganz nebenbei ihre ehrgeizigen Klimaziele erreichen.

Illustration der Klimaziele der Deutsche Telekom IoT GmbH


 

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Ariane Elena Fuchs
Ariane Elena Fuchs

Produkt Marketing Manager

Ariane Fuchs beschäftigt sich mit innovativen Technologien wie dem Internet of Things. Ihre Begeisterung für das Thema bezieht sich auf sein Potenzial, positive Auswirkungen für die Gesellschaft und für Unternehmen als Teil davon zu erzielen. Sie kam 2017 zur Deutschen Telekom und hat sich seither auf Themen wie Industrie, Logistik, intelligente Gebäude und digital ermöglichte Nachhaltigkeit spezialisiert.