7 IoT-Trends für 2023

18.01.2023 by Ümit Günes
Ein Mitarbeiter prüft die digitalen Abbilder der Produktionsanlagen in der virtuellen Realität


 

Das Internet of Things wächst rasant. Immer anspruchsvollere Anwendungen bringen Verbraucher, Industrie und zahlreiche Branchen voran. Sieben IoT-Trends, die 2023 besonders im Fokus stehen.

Er war einer der Hingucker auf der Consumer Electronics Show 2023 Anfang Januar in Las Vegas: Ein aufrollbarer Fernsehbildschirm, der sich aus seinem Standfuß heraus- und wieder einfahren lässt. Die Technologie könnte auch die Displays für Wearables, Fahrzeuge, Roboter und andere smarte Geräte des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT) erobern.

War das allererste IoT-Gerät im Jahr 1982 ein Cola-Automat, so werden in diesem Jahr – je nachdem, welchen Marktforscher man fragt – bereits 30, 40 oder 50 Milliarden Geräte im IoT vernetzt sein. Ein rasantes Wachstum, das auch für 2023 zahlreiche Technologietrends und digitale Entwicklungen hervorbringt. Eine (nicht gewichtete) Übersicht über die in der Tech-Branche meist diskutierten IoT-Neuerungen für dieses Jahr:

1. Green IoT

Immer mehr Unternehmen wollen ihren CO2-Ausstoß reduzieren – sei es, um politische Vorgaben einzuhalten oder Kundenwünsche nach mehr Nachhaltigkeit zu befriedigen. Green IoT beschreibt Anwendungen, die im industriellen Kontext dazu beitragen, die Effizienz zu erhöhen sowie Ressourcen und Emissionen zu sparen. Vor allem entlang der Lieferketten fehlt es oft an Transparenz. Hier kann IoT-Technologie und digitale Vernetzung dafür sorgen, Ausschuss zu vermeiden, Lieferfahrten effizienter zu gestalten und den Spritverbrauch zu reduzieren. Aber auch in der Fertigung bietet IoT-Technologie zahlreiche Möglichkeiten, um Prozesse zu optimieren und Ressourcen zu sparen, wie etwa mit vorausschauender Wartung. Bislang führten Unternehmen solche Anwendungen vorrangig ein, um Zeit und Kosten zu sparen. Zusätzliche Klimaschutz-Effekte machen IoT 2023 endgültig zur Win-Win-Technologie.

2. AIoT: IoT meets Künstliche Intelligenz

Das Zusammenspiel aus KI und IoT schafft einen echten Mehrwert für viele IoT-Domänen, vor allem für Automatisierung und die vernetzte Fertigung. Dank AIoT (Artificial Intelligence of Things) liefern Maschinen über ihre Sensorik Daten, die durch Maschinelles Lernen schnell und effizient ausgewertet werden. So wandeln Unternehmen große Datenmengen in verwertbare Informationen um, können etwa auf Basis der Analyse neue Anwendungen und Geschäftsmodelle umsetzen. Solche KI-Lösungen können Unternehmen in der Cloud implementieren oder per Edge Computing direkt am Gerät betreiben. Eine praktische Lösung bietet die Telekom mit der IoT Cloud of Things. Auf der Plattform haben Firmen ihre vernetzten Geräte im Blick und können umfangreiche Analyse-Tools nutzen.

3. Digitale Zwillinge im Enterprise Metaverse

Auch hier treffen zwei wichtige Technologietrends aufeinander. In einem Enterprise Metaverse können Unternehmen mit den Daten aus IoT-Sensoren digitale Zwillinge vieler verschiedener Systeme erstellen – von Produktionsanlagen bis hin zum Einkaufszentrum. Nutzer sind dann in der Lage, mit Hilfe von Metaverse-Technologien wie VR-Headsets in diese digitalen Zwillinge einzutauchen, um besser zu verstehen, wie sie funktionieren und wie die Anpassung einzelner Variablen die Geschäftsergebnisse beeinflussen kann. Ähnlich funktioniert der IoT Solution Optimizer: Mit diesem Online-Service können Unternehmen geplante IoT-Projekte anhand eines digitalen Zwillings eingehend testen. Im Testumfeld konfigurieren Unternehmen die passende Lösung und sparen bei der Umsetzung Zeit und Kosten.

4. Automation

Worauf es 2023 im industriellen IoT-Umfeld besonders ankommt: Unternehmen müssen mehr Transparenz schaffen und Hemmnisse wie veraltete Prozesse beseitigen. Um endlich den gewünschten 360-Grad-Blick in der Produktion zu bekommen und das Fernziel Automation voranzutreiben, können Betriebe ihre Anlagen inzwischen komplett vernetzen. Sinnvoll ist es dabei auch, die Echtzeitdaten ins ERP-System (Enterprise Resource Planning) einzuspeisen und somit auf vielen Endgeräten sichtbar zu machen.

5. IoT-Security

Das Internet der Dinge bietet zahlreiche Vorteile. Doch wie jede drahtlose Infrastruktur, sind solche Netze bei unzureichendem Schutz auch anfällig für Hackerattacken. Und mit jedem weiteren vernetzten Gerät wächst die Angriffsfläche. Angesichts der explodierenden Anzahl an IoT-Devices müssen Unternehmen also bereit sein, in Schutzvorkehrungen und IT-Sicherheit zu investieren – um die eigenen Daten zu schützen und um bei Kunden und Geschäftspartnern keine Bedenken aufkommen zu lassen. Die Herausforderung: IoT-Security ist ein komplexes Thema, das Netzwerk, Software und sämtliche verbundenen Geräte und Anlagen betrifft. Die Vielzahl verschiedener Bedrohungen macht die Sache nicht leichter. Der beste Schutz der IoT-Infrastruktur gegen reale und gegenwärtige Angriffsszenarien gelingt mit aktueller Sicherheitssoftware und zertifizierter Hardware.

6. IoT im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen haben smarte Produkte in Zukunft ein großes Potenzial, Patienten zu unterstützen und das Krankenhaus- und Pflegepersonal zu entlasten. Smarte Trinkbecher etwa messen, ob Patienten regelmäßig und ausreichende Mengen Wasser trinken und werden zu wichtigen digitalen Assistenten. Vernetzte Herzschrittmacher ermöglichen Ärzten inzwischen zudem eine Fernüberwachung ihrer Patienten. Der Gesundheitssektor ist deshalb eine der wichtigsten Branchen für den Einsatz von IoT-Technik. Doch bislang zahlen Kliniken für IoT-Innovationen einen hohen Preis in Form inkompatibler Insellösungen. Ein Zustand, der zeigt, wie wichtig einheitliche Standards für den Erfolg von IoT-Lösungen sind.

7. IoT-Regulierung und neue Standards

Im September 2022 hat die Europäische Kommission den Cyber Resilience Act (CRA) verabschiedet. Das Gesetz soll den Missbrauch von IoT-Produkten einschränken. Hersteller werden dabei verpflichtet, Cyber-Sicherheit in allen Schritten zu beachten, die ein Produkt durchläuft. Für 2023 ist zu erwarten, dass die EU eine Gesetzgebung einführt, die die Hersteller und Betreiber von intelligenten Geräten verpflichtet, strengere Regeln zu befolgen, etwa beim Sammeln und Speichern von Daten. Auch für das Edge Computing sollen EU-Regelungen kommen. Beim Edge Computing sammeln und verarbeiten Geräte Daten bereits am Ort ihrer Entstehung, anstatt sie zur Analyse an zentrale Cloud-Server zu senden. Wichtig ist ein kontrolliertes Wachstum des Internets der Dinge, das den Datenschutz und die persönlichen Rechte der Nutzer und Konsumenten respektiert.


 


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Ümit Günes
Ümit Günes

Marketing Manager IoT

Seit 2015 arbeitet Ümit für die T-Systems und kennt sich in vielen Facetten des Internet der Dinge bestens aus. Er begeistert sich vor allem für Themen rund um die Digitalisierung der Geschäftswelt. Für den Blog berichtet er über neue Entwicklungen und Trends in der IoT-Welt, die für den Kunden einen echten Mehrwert bieten.