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medDV schließt die digitale Rettungskette mit IoT

Im Rettungsdienst entscheiden Minuten. medDV digitalisiert die Notfallkette vom ersten Alarm bis zur Krankenhausaufnahme und vernetzt Rettungsdienste und Kliniken über IoT-Mobilfunk der Deutschen Telekom. 

Rettungskraft trägt ein robustes Tablet beim Aussteigen aus einem Rettungshubschrauber.

In Kürze

  • Ein robustes Tablet überträgt Patientendaten in Echtzeit von der Einsatzstelle direkt ins Krankenhausinformationssystem von bundesweit mehr als 600 Kliniken.
  • Die digitale Voranmeldung spart bis zu 30 Minuten: Kliniken bereiten sich gezielt vor, der Patient gelangt ohne Umweg über die Notaufnahme direkt zur Behandlung.
  • Roaming-IoT-SIM-Karten der Deutschen Telekom wählen sich automatisch ins stärkste verfügbare Netz ein und sichern die Datenübertragung auch in Regionen mit schwacher Abdeckung. 

Vom Papier zur digitalen Notfallkette

Wenn der Rettungswagen am Unfallort eintrifft, beginnt die professionelle Versorgung durch Notfallsanitäter. Zusätzlich müssen die Spezialisten den Zustand des Patienten sowie ihre Maßnahmen für die weitere Behandlung im Krankenhaus dokumentieren. Bis vor gut 20 Jahren lief das überwiegend analog: „Als wir damals anfingen, gab es im Rettungsdienst unglaublich viele Medienbrüche“, sagt Gunter Ernst, CEO und Mitgründer von medDV. „Die Leitstelle gab die Einsatzadresse per Funk durch. Am Einsatzort dokumentierten wir Vitalwerte, Medikamentengaben und den Patientenzustand handschriftlich auf Papier. Dieses Protokoll gaben wir im Krankenhaus ab und das Personal vor Ort versuchte, die handschriftlichen Notizen zu entziffern.“ 

Hinzu kam die mündliche Meldekette: Informationen zum Patienten wanderten bei einem Verkehrsunfall vom Rettungs- zum Feuerwehrteam, von dort zum Einsatzleitwagen, weiter zur Leitstelle und schließlich telefonisch ins Krankenhaus. Jede Station barg das Risiko, dass Informationen unvollständig oder falsch ankamen. „Wenn ein Ärzteteam bereitstand, das einen Schwerverletzten erwartete, und der Patient hatte nur eine Platzwunde, war das enorm ineffizient“, sagt Ernst. „Im umgekehrten Fall aber konnte es lebensbedrohlich werden.“ 

Gunter Ernst und sein Mitgründer Carsten Rausch arbeiteten jahrelang als Rettungsassistenten bei den Johannitern, auch auf Rettungshubschraubern. Um die Notfallkette zu digitalisieren, gründeten sie 2003 im mittelhessischen Fernwald medDV. 

Gesucht: Robuste Hardware für den Ernstfall

Eine digitale Notfalldokumentation erfordert ein Gerät, das im Rettungsdienst funktioniert: robust genug für den rauen Alltag, leicht zu desinfizieren, mit Smartcard-Reader für die Gesundheitskarte und zuverlässig bei extremen Temperaturen. „Wir haben allerdings auf dem Markt nichts Passendes gefunden“, sagt Ernst. „Tablets aus dem Militärbereich sind zwar extrem stabil, aber auch extrem teuer und schlecht zu desinfizieren.“ Handelsübliche Consumer- und Office-Tablets sind für Temperaturen zwischen 0 und 35 Grad spezifiziert – im Rettungsdienst keine realistische Grenze. medDV entwickelte deshalb das NIDApad selbst, inklusive Halterung für das Einsatzfahrzeug.

NIDA steht für Notfall-, Informations- und Dokumentationsassistent. Das Tablet empfängt Einsatzdaten digital von der Leitstelle, dokumentiert Vitalwerte, EKG und Maßnahmen direkt am Patienten und überträgt alle Informationen vorab an die Zielklinik. Bundesweit sind mehr als 600 Krankenhäuser angebunden. Heute fahren neun von zehn Rettungswagen in Deutschland mit einem solchen System – medDV hält rund 60 Prozent Marktanteil. 

Konnektivität, die nicht ausfallen darf

Verkehrsunfälle auf Autobahnen, Einsätze in ländlichen Regionen, Großschadenlagen – überall muss die Datenverbindung stehen. medDV setzt auf Roaming-IoT-SIM-Karten der Deutschen Telekom. Diese wählen sich automatisch in das jeweils stärkste verfügbare Mobilfunknetz ein und gewährleisten eine ausfallsichere Übertragung. „Für uns ist es elementar, dass die Kommunikation zwischen Rettungsdienst, Leitstelle und Krankenhaus zuverlässig funktioniert“, sagt Ernst. „Eine Roaming-Karte bietet da große Vorteile, weil mehr als ein Netz zur Verfügung steht.“

Patientendaten unterliegen strengen Datenschutzanforderungen. medDV verschlüsselt daher alle Daten doppelt: über eine gesicherte Verbindung, durch die verschlüsselte Dateien laufen. Ein SIM-seitiges VPN beschränkt den Datenverkehr zusätzlich: Die SIM-Karte kommuniziert ausschließlich mit den medDV-Servern. Die Managementsysteme des Unternehmens sind ISO27001- und ISO9001-zertifiziert. 

medDV GmbH

medDV mit Sitz in Fernwald (Mittelhessen) entwickelt seit 2003 Hard- und Software für den Rettungsdienst. Das Kernprodukt NIDApad ist ein robustes Einsatztablet mit integrierter Halterung für Rettungsfahrzeuge. Die NIDA-Produktfamilie umfasst digitale Alarmierung, mobile Dokumentation, Krankenhausanbindung und Qualitätssicherung. medDV ist Marktführer in Deutschland und in mehreren europäischen Ländern sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv. 

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Bis zu 30 Minuten früher auf dem Behandlungstisch

Der entscheidende Vorteil der Lösung zeigt sich im Krankenhaus. Trifft ein Patient ein, muss das Klinikpersonal zunächst eine Triage durchführen: Wer wird zuerst behandelt? Dank der Digitalisierung der Rettungskette beginnt diese Priorisierung schon, bevor der Rettungswagen eintrifft. Das Krankenhaus kennt den Patienten, seinen Zustand sowie seinen Bedarf und kann entsprechende Vorbereitungen treffen. Das Herzkatheterlabor ist frei, das CT reserviert, der Fall im Krankenhausinformationssystem bereits angelegt.

Der Patient umgeht die Notaufnahme und gelangt direkt zur Behandlung. „Da reden wir von bis zu 30 Minuten, die eingespart werden“, sagt Ernst. „Beim Herzinfarkt oder Schlaganfall ist das kein Komfortgewinn, sondern ein medizinisch relevanter Zeitvorteil.“

Rettungsdienste profitieren ihrerseits: Die lückenlose digitale Dokumentation fließt automatisch in Abrechnung und Qualitätssicherung. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst erhält zeitnahe Auswertungen zu Einsatzzahlen, häufigen Notfallbildern und Versorgungsqualität. Wer weiß, welche Notfälle in seinem Landkreis am häufigsten auftreten, kann Fortbildungen gezielter planen und Fahrzeuge besser ausstatten. 

Vom Marktführer zum internationalen Partner

medDV wächst über Deutschland hinaus. In Österreich ist das Unternehmen ebenfalls Marktführer und zudem in der Schweiz, Luxemburg, Spanien sowie mittlerweile in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv. Die Internationalisierung folgt einem klaren Prinzip: Märkte mit gut entwickelten Rettungsdienststrukturen und ausgebildetem Fachpersonal haben für medDV Priorität.

Für diese Expansion sind die Roaming-Fähigkeit der SIM-Karten ebenso wie das globale IoT-Netz der Telekom ein strategischer Vorteil. Ein Gerät, eine SIM-Karte, ein Rahmenvertrag – und das NIDApad funktioniert in jedem Land, das über ein entsprechendes Mobilfunknetz verfügt. 

Für die Zukunft plant medDV weitere Schritte gemeinsam mit der Telekom. So steht zum Beispiel die Netzpriorisierung auf der Agenda: Gerade bei Großschadenlagen, wenn tausende Menschen gleichzeitig ein Mobilfunknetz belasten, soll der Rettungsdienst bevorzugt behandelt werden. Auch Telemedizin gewinnt an Bedeutung, also die Möglichkeit, ärztliche Expertise vom Krankenhaus direkt an die Einsatzstelle zu bringen. Schon jetzt lässt sich über das NIDApad ein Telenotarzt via Livestream hinzuschalten, um den Notfallsanitätern mit Rat und Tat zu Seite zu stehen. 

 „Wir haben bei der Telekom nicht nur einen zuverlässigen Partner für die Konnektivität gefunden, sondern auch eine Flexibilität und persönliche Betreuung, die wir bei einem so großen Unternehmen nicht erwartet hätten.“ 

Gunter Ernst, CEO von medDV

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Kerstin Koch

Marketing Managerin IoT

Seit 2016 ist Kerstin Teil der IoT-Reise bei der Deutschen Telekom. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Marketing- und Kulturprojekten begleitet – immer mit dem Ziel, IoT greifbar und relevant zu machen. Dabei bringt sie komplexe Themen in eine verständliche, nutzerorientierte Sprache und rückt vor allem echte Kundenerfolge in den Mittelpunkt. Im IoT-Blog stellt sie ausgewählte Use Cases und Referenzen vor und zeigt, wie Unternehmen mit IoT messbaren Mehrwert erzielen.

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