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SENVEND: Smarte Altersprüfung für Verkaufsautomaten

Das Dortmunder Unternehmen SENVEND digitalisiert Verkaufsautomaten mit einem All-in-one-Terminal. Die Mobilfunkanbindung der Telekom sorgt für zuverlässige Konnektivität – auch international. 

Kunde vor Getränke- und Snackautomaten

In Kürze

  • SENVEND vereint Zahlung, Altersprüfung und Telemetrie in einem kompakten Terminal für Verkaufsautomaten.
  • Flexible Methoden für Altersprüfung und Zahlung steigern den Umsatz um zehn Prozent gegenüber herkömmlichen Systemen.
  • Das Terminal ist dank IoT-Roaming der Telekom europa- und weltweit einsetzbar – ein Vertrag, ein Ansprechpartner. 

Digitale Lösung für ein analoges Problem: Altersprüfung neu gedacht

In vielen europäischen Ländern wird der Verkauf von Energydrinks an Jugendliche zunehmend reglementiert. Polen, Lettland und Litauen haben zum Beispiel bereits Altersgrenzen von 18 Jahren eingeführt. Der Grund: Mediziner weltweit warnen vor gesundheitlichen Risiken durch den hohen Koffein- und Zuckergehalt. Auch in Deutschland fordern Verbraucherschützer und Ärzte seit Jahren eine Altersbeschränkung. Doch wie lässt sich das Alter an Verkaufsautomaten zuverlässig prüfen? Herkömmliche Lesegeräte für Personalausweise stoßen hier an ihre Grenzen. Das Dortmunder Unternehmen SENVEND hat eine Lösung entwickelt, die nicht nur die Altersprüfung vereinfacht, sondern Verkaufsautomaten umfassend digitalisiert. 

Vielfältige Herausforderungen für Automatenbetreiber

Die Zahl der Verkaufsautomaten in Deutschland hat laut Vendingmarkt-Studie 2024 in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Neue Segmente wie vollautomatische Kantinen, 24/7-Automatenläden oder auch die Direktvermarktung durch Landwirte in sogenannten Hofläden sorgen aktuell für weiteres Wachstum. Die Betreiber der Automaten stehen jedoch oft vor mehreren Herausforderungen: Sie benötigen je nach Produkt eine zuverlässige Altersprüfung, wünschen sich flexiblere Zahlungsmöglichkeiten und möchten Bestände online prüfen können. Die herkömmliche Technik der Automaten stößt hier an ihre Grenzen. 

SENVEND hat ein kompaktes Zahlungsterminal entwickelt, das alle Funktionen in einem Gerät vereint: Zahlung, Telemetrie und Altersprüfung. Das Terminal passt in den Standard-Slot aller gängigen Automatenmodelle und lässt sich als Plug-and-Play-Lösung in wenigen Minuten installieren. Für die Internetverbindung nutzen die Dortmunder das IoT-Mobilfunknetz der Telekom. Ein Router mit M2M-SIM-Karte stellt die Konnektivität über 4G/5G her. So lassen sich Bestandsautomaten per Retrofit einfach digitalisieren (siehe Infobox).

Was ist Smart Vending?

Smart Vending bezeichnet die Weiterentwicklung traditioneller Verkaufsautomaten (engl. Vending Machines) durch den Einsatz von IoT, Software und Sensoren. Diese vernetzten Automaten ermöglichen Betreibern u. a. den Fernzugriff auf die Geräte. So können sie Verkaufsdaten und Warenbestände in Echtzeit überwachen, die Wartung effizienter planen und das Sortiment gezielt an die Kundennachfrage anpassen. Für Kunden bieten Smart-Vending-Automaten oft mehr Bezahlmöglichkeiten (per Kreditkarte oder Smartphone), interaktive Touchscreens oder auch eine Altersverifizierung. 

Das Herzstück der Lösung: die Altersprüfung

Die größte Schwachstelle herkömmlicher Systeme zeigt sich, wenn Käufer ihr Alter nachweisen sollen. Kratzer, Staub, Feuchtigkeit oder mutwillige Beschädigungen beeinträchtigen die Sensorik und Mechanik der althergebrachten DCM5-Lesegeräte. Auch falsche Benutzung führt oft zum Abbruch des Kaufprozesses. „An diesen Lesern für den Personalausweis schafft erfahrungsgemäß nur jede dritte Person erfolgreich die Altersprüfung“, sagt SENVEND-Geschäftsführer Jannis Rosendahl. Die meisten aktuell verbauten Geräte sind zudem bei der Prüfung auf wenige Länder beschränkt und lassen sich nicht flexibel auf verschiedene Altersgrenzen einstellen.

Das SENVEND-Terminal bietet vier verschiedene Methoden zur Altersprüfung. Kunden können wie beim Bezahlen ihre Girocard mit NFC-Funktion nutzen, die bereits Altersinformationen enthält. Auch ein Ausweisscan per Smartphone und QR-Code auf dem Terminal-Display ist möglich. Akzeptiert werden nahezu alle europäischen Ausweisdokumente – wichtig für Standorte mit internationalem Publikum wie etwa Flughäfen. Die QR-Methode lässt sich auch mit PayPal als Altersnachweis nutzen. Die vierte Option: Ein KI-gestützter Kamerascan analysiert das Gesicht der Person und schätzt das Alter. „Die Technologie hat bei einer Million Scans bisher lediglich viermal das Alter falsch eingeschätzt“, sagt Rosendahl.  

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Flexible Bezahlmöglichkeiten steigern den Umsatz

Neben der Altersprüfung ist flexibles Bezahlen ein großer Knackpunkt für Automatenbetreiber. Das SENVEND-Terminal akzeptiert alle gängigen europäischen Bezahlkarten. Das ist besonders an Standorten mit internationalem Publikum entscheidend. „Auf Messen funktionieren herkömmliche Zigarettenautomaten zum Beispiel nur mit deutschen Girocards – weshalb Betreiber nur 20 Prozent des möglichen Umsatzes machen“, erklärt Rosendahl.  

Die Zahlen sprechen für sich: SENVEND verzeichnet bei seinen Kunden nach eigenen Angaben eine Umsatzsteigerung von mindestens zehn Prozent gegenüber vergleichbaren Systemen. Der Grund liegt auf der Hand: Die verbesserte Altersprüfung und die Akzeptanz aller relevanten Zahlungsmittel führen dazu, dass Käufe häufiger erfolgreich abgeschlossen werden. Wo früher jeder dritte Kunde an der Altersprüfung scheiterte, funktioniert der Prozess jetzt reibungslos. 

Telemetrie: effiziente Verwaltung aus der Ferne

Über die Telemetrie via IoT-Mobilfunk können Betreiber ihre Automaten zudem aus der Ferne überwachen und steuern. In der SENVEND-App sehen sie in Echtzeit, welche Produkte sich gut verkaufen, welche Bestände zur Neige gehen und ob es technische Probleme gibt. Das System erstellt automatisch Packlisten und warnt, wenn Artikel den kritischen Bestand unterschreiten. Rechtssichere automatische Monatsabrechnungen erleichtern die Buchhaltung.  

Der integrierte Bildschirm ermöglicht zudem eine direkte Kommunikation mit den Kunden. Vor der Produktwahl lässt sich Werbung schalten. Während des Kaufprozesses erhalten Käufer Anweisungen und Informationen über das Display. Bei Problemen bietet das Terminal Hilfe an – der Betreiber kann dann aus der Ferne das Produkt ausgeben oder das Geld zurückzahlen. Die Telemetrie reduziert zudem unnötige Servicefahrten – und spart somit Zeit, Kraftstoff und Personalkosten.  

„Mit der Telekom haben wir einen nationalen Anbieter mit lokalem Ansprechpartner gefunden, der uns weltweit ein zuverlässiges, sicheres Netz zur Verfügung stellt.“ 

Jannis Rosendahl, Geschäftsführer SENVEND

Neue Märkte dank flexibler Technologie

Die SENVEND-Terminals sind seit März 2025 in Deutschland und anderen europäischen Ländern im Einsatz. Dank der zahlreichen Roaming-Abkommen der Telekom funktioniert die Lösung problemlos in der gesamten EU sowie in Großbritannien und der Schweiz. „Zu unserer Philosophie gehört, dass wir möglichst offen arbeiten“, sagt Rosendahl. „Wir nutzen nicht nur selbst Open-Source-Software und sind an der Entwicklung beteiligt, sondern sind über unser Retrofit-Modell technisch auch offen für möglichst viele Automatenmodelle."

Die Kombination aus zuverlässiger Mobilfunkanbindung und maximaler Flexibilität bei Altersprüfung und Bezahlmodus eröffnet SENVEND interessante Zukunftsmärkte: In Österreich etwa ist der Verkauf von Alkohol an Automaten bisher nicht möglich. Mit dem SENVEND-Terminal ändert sich das: Die Technologie kann das Bild auf dem Personalausweis mit dem Livebild der Kamera vom Gesicht abgleichen. Diese zusätzliche Sicherheitsebene erfüllt die gesetzlichen Anforderungen.  

Interessant ist auch ein Blick nach Großbritannien: Das Land plant eine Altersbeschränkung für hochkoffeinhaltige Energydrinks auf unter 16 Jahre. Das Problem: Die alten Lesegeräte lassen sich nicht auf ein Alter unter 18 einstellen. Das SENVEND-Terminal hingegen kann flexibel konfiguriert werden: „Wenn wir expandieren, dann nur mit einer für das Land maßgeschneiderten Lösung“, sagt Rosendahl. Dank der globalen Netzabdeckung der Telekom kann SENVEND seine Geräte problemlos auch in Großbritannien installieren.

Ab 2026 planen die Dortmunder Terminals mit integrierten Funkmodulen und eSIMs, was die Installation noch einfacher macht. Künftig sollen Kunden zudem auch per Smartphone-App, Kundenkarten, PayPal oder sogar per Gesichtserkennung bezahlen können. Das würde den Kaufprozess noch weiter beschleunigen und das Kundenerlebnis verbessern. Zudem denkt SENVEND auch über die Integration einer Alarmfunktion nach, die vor Vandalismus schützen soll. Bei Erschütterungen oder Manipulationsversuchen könnte das System zum Beispiel eine Sirene auslösen und Push-Benachrichtigungen an den Betreiber senden. 

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Kerstin Koch

Marketing Managerin IoT

Seit 2016 ist Kerstin Teil der IoT-Reise bei der Deutschen Telekom. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Marketing- und Kulturprojekten begleitet – immer mit dem Ziel, IoT greifbar und relevant zu machen. Dabei bringt sie komplexe Themen in eine verständliche, nutzerorientierte Sprache und rückt vor allem echte Kundenerfolge in den Mittelpunkt. Im IoT-Blog stellt sie ausgewählte Use Cases und Referenzen vor und zeigt, wie Unternehmen mit IoT messbaren Mehrwert erzielen.

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