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Morpheus: IoT-basierte Drohnenlogistik für eilige Transporte

Morpheus Logistik steuert deutschlandweit Transportdrohnen per Mobilfunk aus einem Leitstand in Dortmund. Das IoT-Netz der Deutschen Telekom sichert stabile Verbindungen und erlaubt eine flexible Skalierung. 

Türgriff mit Wifi Zeichen und einem Smartphone

In Kürze

  • Die Sperrung der Rahmedetalbrücke brachte die regionalen Transportwege unter Druck und wurde zum Ausgangspunkt für Morpheus Logistik.
  • Das Dortmunder Start-up bietet Drone-as-a-Service und transportiert vor allem zeitkritische medizinische Sendungen auf festen Flugrouten.
  • Telekom IoT liefert dafür eine abgesicherte Mobilfunkverbindung mit Best Coverage, 5G-fähigen Tarifen, Fallback-Lösung und flexibel skalierbarem Datenmodell. 

Eine Brückensperrung verändert die Logistik

Die Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid – jahrelang war sie die bekannteste Brücke Deutschlands. Erst wegen ihrer Sperrung, dann wegen ihrer Sprengung, vor allem aber wegen der Folgen für eine ganze Region. Staus, Umwege und Verzögerungen prägten den Alltag in und um Lüdenscheid. Für viele Unternehmen war das ein logistisches Problem. Für Morpheus wurde die Brücke zum Ausgangspunkt einer Idee.

Hier im Sauerland zeigte sich exemplarisch, wie verletzlich Lieferketten werden, wenn ein zentraler Verkehrsweg ausfällt. Vor allem bei zeitkritischen Gütern, denn dort zählt nicht nur jeder Kilometer, sondern oft jede Minute. Aus dieser Erfahrung heraus entstand bei der Lüdenscheider Koerschulte Group der Gedanke, Transporte nicht nur auf der Straße, sondern auch durch die Luft neu zu organisieren. Im Februar 2024 wurde dieses Konzept sichtbar, als in Lüdenscheid der erste voll automatisierte kommerzielle Drohnen-Lieferservice Deutschlands abhob. Daraus entwickelte sich Morpheus Logistik: ein Start-up, das Luftlogistik als komplette Dienstleistung plant, genehmigt, betreibt und überwacht. 

Vom Verkehrsengpass zur Drohnen-Airline

„Der Familienbetrieb Koerschulte stand nach der Brückensperrung vor massiven logistischen Problemen, wie alle Unternehmen in der Region“, blickt Antonia Bolle, Marketing Managerin bei Morpheus, auf die Anfänge zurück. Transportwege verlängerten sich enorm, Lieferzeiten wurden unberechenbar. „Unser Geschäftsführer [und Gründer Norman Koerschulte, ebenfalls damaliger Geschäftsführer] bei Koerschulte, der ursprünglich aus der bemannten Luftfahrt kam, hatte dann die Idee mit den Drohnentransporten.“ Morpheus positioniert sich aber nicht nur als klassischer Drohnenhersteller. Bolle: „Wir sehen uns als Drohnen-Airline und unser Angebot als Drone-as-a-Service.“ 

Zu diesem Modell gehört mehr als das Fluggerät selbst. Morpheus wählt passende Hardware aus, integriert unterschiedliche Drohnensysteme, koordiniert Genehmigungen, organisiert Wartung und Support. „Wir kümmern uns darum, dass das Transportkonzept des Kunden nicht nur technisch möglich, sondern auch genehmigungsfähig ist“, sagt Bolle. Gerade dieser Betreiberansatz macht das Unternehmen flexibel, weil es nicht auf einen einzelnen Drohnentyp festgelegt ist.

Die ersten Einsätze für Morpheus lagen im Industriebereich, etwa wenn ein fehlendes Bauteil schnell geliefert werden musste, damit die Produktion weiterlaufen konnte. Inzwischen liegt der Schwerpunkt auf medizinischen Transporten. Viele Krankenhäuser arbeiten heute ohne eigenes Labor, Proben müssen deshalb regelmäßig extern analysiert werden. Morpheus transportiert neben Laborproben auch Blutkonserven und Schnellschnitte, also Gewebeproben für eilige Untersuchungen während einer Operation.  

Flugbetrieb mit Leitstand, Checklisten und Sicherheitsreserven

Morpheus stellt die Drohne am Standort des Kunden bereit, anschließend wird sie von dessen Personal beladen, das zuvor eine Schulung des Betreibers absolviert hat. Ein Pilotenteam steuert und überwacht die Drohnen aus dem Morpheus-Leitstand in Dortmund.  

Im Regelbetrieb folgen die Fluggeräte genehmigten Routen weitgehend automatisiert, bleiben aber jederzeit steuerbar. Für den Notfall sind entlang der Strecke Sicherheitskontrollpunkte definiert. Fällt eine Verbindung länger aus, kann der Pilot über den Leitstand eine Notlandung einleiten oder zum Start zurückbeordern. Reagiert sie gar nicht mehr, greift als letzte Sicherung ein Fallschirmsystem. Für Gefahrgüter wie zum Beispiel noch nicht typisierte Blutproben oder spezielle Medikamente hat Morpheus in Absprache mit dem Luftfahrt-Bundesamt eine passende Transportverpackung entwickelt. Bei medizinischen Sendungen lassen sich darüber hinaus Erschütterungen oder die Temperatur live überwachen; die Kühlkette bleibt so gewahrt. 

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Warum die Konnektivität zum Kern der Lösung wurde

So naheliegend die Idee eines Luftwegs klingt, so hoch sind die Anforderungen im Betrieb. Zwischen Leitstand und Drohne werden Routeninformationen, Steuerbefehle, Positionsdaten und je nach Einsatz auch Videobilder zur Überwachung der Mission übertragen. Dafür braucht Morpheus eine Mobilfunkverbindung, die dauerhaft stabil bleibt – auch über größere Distanzen, über besiedeltem Gebiet und in Regionen mit wechselnder Netzabdeckung. Zudem verlangen die Sicherheitsvorgaben für den Regelbetrieb eine abgesicherte Ausweichlösung, falls die primäre Datenverbindung ausfällt. Welche regulatorischen Anforderungen dahinterstehen, bestimmt die Risikokategorie SAIL III (siehe Infobox). 

Hinzu kommt die besondere Situation in der Luft: In frühen Tests zeigte sich, dass die Drohnen auf ihrer regulären Flughöhe zwischen 50 und 80 Metern sehr häufig zwischen Mobilfunkzellen wechseln. Das führte zu Interferenzen und machte die Verbindung instabil. Die zunächst genutzten Consumer-Datenkarten reichten deshalb nicht für einen belastbaren Regelbetrieb aus. Gesucht war also eine Lösung, die zuverlässig funktioniert, sich an behördliche Vorgaben anpassen lässt und zudem wirtschaftlich mitwächst. „In Notfallsituationen, vor allem in der medizinischen Versorgung, zählt oft jede Minute“, sagt Lukas Ostermann, Head of Research & Development bei Morpheus. „Entscheidend war für uns deshalb ein Anbieter mit absolut zuverlässiger Netzabdeckung.“ 

Was SAIL III für Morpheus bedeutet

SAIL III ist eine Risikokategorie für Drohnenflüge im Regelwerk der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (European Union Aviation Safety Agency, EASA). In Deutschland genehmigt das Luftfahrt-Bundesamt solche Einsätze. Für Morpheus ist diese Kategorie entscheidend, weil sie Flüge über dichter besiedeltem Gebiet überhaupt erst praktikabel macht – vorausgesetzt, Redundanzen, Notfallprozesse und Sicherheitsmechanismen sind nachgewiesen. Daher spielen stabile Konnektivität, definierte Sicherheitskontrollpunkte und zusätzliche Schutzsysteme im Betrieb eine große Rolle.

IoT als Betriebsgrundlage für den Regelflug

Die Deutsche Telekom liefert Morpheus heute genau diese Grundlage. Ein spezielles Netzprofil stabilisiert die Verbindung in der Luft, wobei das Funkmodul stets das jeweils beste verfügbare Mobilfunknetz wählt. Zwei getrennte Kommunikationswege schaffen die geforderte Ausfallsicherheit: eine SIM-Verbindung für die eigentliche Datenkommunikation und eine zweite als Rückfallebene, über die der Leitstand im Notfall weiter eingreifen kann. Der Datentarif ist 5G-fähig; im laufenden Betrieb nutzt Morpheus je nach Einsatzprofil meist LTE. Über ein Webportal kann der Betreiber Status, Nutzung und Kosten seiner IoT-SIM-Karten verwalten.  

„Wir hatten bei der Telekom immer einen festen Ansprechpartner für technische Fragen“, sagt Ostermann. „Das Gesamtpaket aus Betreuung, Vertrauen und Professionalität hat uns überzeugt. Hinzu kam das flexible Tarifmodell, das zu einem wachsenden Unternehmen wie unserem passt.“ Für Morpheus bedeutet die Konnektivitätslösung mehr als die Absicherung einzelner Flüge. Sie schafft die Voraussetzung dafür, Kunden ein belastbares Betriebsmodell anzubieten, bestehende Verbindungen regelmäßig zu bedienen und auch neue Routen aufzubauen.  

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Kerstin Koch

Marketing Managerin IoT

Seit 2016 ist Kerstin Teil der IoT-Reise bei der Deutschen Telekom. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Marketing- und Kulturprojekten begleitet – immer mit dem Ziel, IoT greifbar und relevant zu machen. Dabei bringt sie komplexe Themen in eine verständliche, nutzerorientierte Sprache und rückt vor allem echte Kundenerfolge in den Mittelpunkt. Im IoT-Blog stellt sie ausgewählte Use Cases und Referenzen vor und zeigt, wie Unternehmen mit IoT messbaren Mehrwert erzielen.

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