„Der Familienbetrieb Koerschulte stand nach der Brückensperrung vor massiven logistischen Problemen, wie alle Unternehmen in der Region“, blickt Antonia Bolle, Marketing Managerin bei Morpheus, auf die Anfänge zurück. Transportwege verlängerten sich enorm, Lieferzeiten wurden unberechenbar. „Unser Geschäftsführer [und Gründer Norman Koerschulte, ebenfalls damaliger Geschäftsführer] bei Koerschulte, der ursprünglich aus der bemannten Luftfahrt kam, hatte dann die Idee mit den Drohnentransporten.“ Morpheus positioniert sich aber nicht nur als klassischer Drohnenhersteller. Bolle: „Wir sehen uns als Drohnen-Airline und unser Angebot als Drone-as-a-Service.“
Zu diesem Modell gehört mehr als das Fluggerät selbst. Morpheus wählt passende Hardware aus, integriert unterschiedliche Drohnensysteme, koordiniert Genehmigungen, organisiert Wartung und Support. „Wir kümmern uns darum, dass das Transportkonzept des Kunden nicht nur technisch möglich, sondern auch genehmigungsfähig ist“, sagt Bolle. Gerade dieser Betreiberansatz macht das Unternehmen flexibel, weil es nicht auf einen einzelnen Drohnentyp festgelegt ist.
Die ersten Einsätze für Morpheus lagen im Industriebereich, etwa wenn ein fehlendes Bauteil schnell geliefert werden musste, damit die Produktion weiterlaufen konnte. Inzwischen liegt der Schwerpunkt auf medizinischen Transporten. Viele Krankenhäuser arbeiten heute ohne eigenes Labor, Proben müssen deshalb regelmäßig extern analysiert werden. Morpheus transportiert neben Laborproben auch Blutkonserven und Schnellschnitte, also Gewebeproben für eilige Untersuchungen während einer Operation.